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Wie man mit Temperaturkontrolle die medizinische und psychoaktive Wirkung von Cannabis steuern kann

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Jedes Cannabinoid hat einen unterschiedlichen Siedepunkt (= die Temperatur, bei der sich die Cannabinoide vom Pflanzenmaterial lösen und in gasförmigen Zustand übergehen). Neben den Cannabinoiden enthält Cannabis außerdem ja noch die Terpene (Terpenoide) als wirksame und medizinische Komponenten. Die Terpene sind gleichzeitig für das wunderbare Aroma der Cannabispflanzen verantwortlich. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass nicht nur THC und CBD alleine die psychoaktiven Effekte einzelner Sorten erklären. Die verschiedenen Cannabinoide haben zahlreiche unterschiedliche medizinische Effekte, beeinflussen aber auch entscheidend das jeweilige High einer bestimmten Sorte mit.

Man geht davon aus, dass die Terpene beim High eine ähnlich entscheidende Rolle spielen wie THC und CBD. Und jedes Terpen hat einen unterschiedlichen Siedepunkt. Bei der Verwendung eines Vaporizers mit digitaler Kontrolle, wie z.B. dem Volcano Digit oder Extrem-Q, ist es möglich die genaue Temperatur einzustellen, mit der das Marijuana verdampft werden soll und dementsprechend welche Cannabinoide und Terpene in den Vaporizerdampf übergehen und vorrangig Wirkung zeigen sollen.

Weil alle Cannabinoide und Terpene einen unterschiedlichen Siedepunkt aufweisen, ist es so, dass wenn das gleiche Cannabis bei 2 unterschiedlichen Temperaturen verdampft wird, 2 unterschiedliche Wirkungen/Erlebnisse auftreten. Je niedriger die verwendete Temperatur zum Verdampfen ist, desto weniger aktive Verbindungen erreichen ihren Siedepunkt und tragen entsprechend zum High bei.

Beim Cannabis lassen sich 2 große Wirkungsbereiche unterscheiden:

„Tages-High“/Anregendes High: 

Das Verdampfen bei niedrigen Temperaturen erzeugt normalerweise ein geistiges und energetisches High, das weniger oder kaum körperbetont ist. Das THC wird dabei meist komplett freigegeben und evtl. etwas CBD, von den anderen Cannabinoiden und Terpenoiden mit höherem Siedepunkt werden nur wenige/keine freigesetzt. Es kommt dabei zu einer nur geringen Entwicklung des Aromas.

„Nacht-High“/körperbetontes High:

Am Abend kann das Cannabis bei höheren Temperaturen verdampft werden, um mehr von den schmerzlindernden und sedierenden Wffekten zu erhalten. Bei höheren Temperaturen werden mehr Cannabinoide und Terpenoide freigesetzt, wie z.B. das Terpen Linalool oder THCV (falls im Strain enthalten). Es werden dabei auch gleichzeitig mehr Aromen und ein intensiver Geruch freigesetzt.

Tipps für die Temperatursteuerung beim Vaporisieren

  • Am besten gegrindertes Gras verwenden, dies ist optimal für den Vaporizer.
  • Generell: Sativas sind eher anregend und belebend, geistig – Indicas sind mehr beruhigend, körperbetont
  • Bei jeder Sorte und sogar Pflanze variiert der Gehalt an Cannabinoiden und Terpenen sowie deren Zusammensetzung der aktiven Komponenten.
  • Das Gras sollte gut und richtig getrocknet sein
  • Es hängt immer auch von den persönlichen Vorlieben und der individuellen körperlichen Verfassung ab, wie Cannabinoide, deren Kombination sowie einzelne Sorten medizinisch und auch psychoaktiv wirken.

Wie kann man speziell die Cannabinoide CBD (oder auch CBN) hervorheben?

Cannabinoide und Temperatur

Dies ist ein Bespiel für mögliche Temperaturen:

Sample Strain (Type)

Tages-Vaporizertemperatur

Nacht-Vaporizer Temperatur

Sativas 178°C 190°C
Sativa dominant 190°C 195°C
Indica dominant 195°C 202°C
Indica 202°C 208°C

Die wirksamen Komponenten im Cannabis und ihre Siedepunkte:

Verbindungsname

Komponenete

Medizinische Eigenschaften

Konzentration in % (trockener Zustand)

Siedepunkt (F)

Siedepunkt (C)

Quercetin Flavonoid
Antioxidans,
Antimutagen,
antiviral,
antineoplastic
 
> 0,1% 482 250
Pulegon Terpenoid
Gedächtnis-Booster
AChE-Hemmer,
Sedativum,
Fiebermittel
 
0,001% 435,2 224
Tetrahydro-
cannabivarin (THCV)
Cannabinoid
Analgetikum,
euphorisierend
0,0 bis 1,36% 428 220
Cannabi-
chromen (CBC)
Cannabinoid
entzündungshemmend
Antibiotikum,
antifungal
 
0,0 bis 0,65% 428 220
α-Terpineol Terpenoid
Sedativum,
Antibiotikum,
AChE-Hemmer,
Antioxidans,
antimalaria
0,02% 422,6-424,4 217-218
Borneol Terpenoid
Antibiotikum
0,008% 410 210
Terpineol-4-ol Terpenoid
AChE-Hemmer,
Antibiotikum
0,0004% 408,2 209
Linalool Terpenoid
Sedativum,
Antidepressivum,
anxiolytisch,
steigert immunsystem
0,002% 388,4 198
Cannabinol
(CBN)
Cannabinoid
Oxidation, Abbauprodukt,
Sedativum,
Antibiotikum
 
0,0 bis 1,6% 365 185
cannflavin A Flavonoid
COX-Hemmstoff,
LO-Hemmstoff,
entzündungshemmend
 
0,02% 359,6 182
Apigenin Flavonoid
Anxiolytische
entzündungshemmend
Östrogen
 
> 0,1% 352,4 178
p-Cymol Terpenoid
Antibiotikum
Anticandidal
AChE-Hemmer
 
0,0004% 350,6 177
d-Limonen Terpenoid
Cannabinoid-Agonist
Immune Potentiator
Antidepressivum,
Antimutagen
 
0,14% 350,6 177
1,8-Cineol (Eukalyptol) Terpenoid
AChE-Hemmer,
erhöht Hirn
Blutfluss,
Stimulans,
antibiotikum,
Antiviral,
entzündungshemmend,
antinozizeptiv (gegen die Schmerzwahrnehmung
wirkend)
 
> 0,001% 348,8 176
Δ-8-Tetrahydro-
cannabinol (Δ-8-THC)
Cannabinoid
Ähnelt Δ-9-THC
Weniger psychoaktiv
antiemetisch
 
Von 0,0 bis 0,1% 347 bis 352,4 175-178
Δ-3-Caren Terpenoid
entzündungshemmend
 
0,0004% 334,4 168
β-Myrcen Terpenoid
Analgetikum,
entzündungshemmend,
Antibiotikum,
Antimutagene
 
0,47% 330,8-334,4 166-168
Cannabidiol (CBD) Cannabinoid
Anxiolytisch,
Analgetikum,
antipsychotisch,
entzündungshemmend,
Antioxidans,
krampflösend
 
0,1 bis 2,89% 320-356 160-180
Δ-9-Tetrahydro-cannabinol (THC) Cannabinoid
euphorisierend,
Analgetikum,
entzündungshemmend,
Antioxidans,
antiemetisch,
bronchienwerweiternd,
 
 
0,1-25% 314,6 157
α-Pinen Terpenoid
entzündungshemmend,
bronchialerweiternd,
Stimulans,
Antibiotikum,
Antineoplastic,
AChE-Hemmer
0,04% 312,8 156
β-Sitosterol Flavonoid
entzündungshemmend
5-α-Reduktase
Inhibitor
? 273,2 134
β-Caryophyllen Terpenoid
entzündungshemmend,
zytoprotektiv,
(Magenschleimhaut)
antimalaria
0,05% 246,2 119
Cannabigerol (CBG) Cannabinoid
entzündungshemmend
Antibiotikum,
antifungal
0,03 bis 1,15% 125,6 052

Alle Werte bezüglich der Siedepunkte beziehen sich auf die Angaben und jahrelange Cannabinoid-Forschung von Dr. Ethan Russo (USA) und John M. Mc Partland (UK), die diese mehrfach veröffentlicht haben, unter anderem in ihrem Buch „Cannabis Therapeutics in HIV/AIDS“.

Durch die Steuerung der Temperatur beim Verdampfen kann man gezielt gewünschte medizinische Effekte hervorheben und betonen und gleichzeitig mit der psychoaktiven Wirkung spielen sowie experimentieren. Es ist auch möglich ein und dasselbe Grass 2x bei unterschiedlichen Temperaturen zu vaporisieren und so 2 verschiedene Wirkungen zu erleben. Es bleibt spannend eure persönlichen Erfahrungswerte zu hören 😉

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