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THCV – ein Cannabinoid mit großem medizinischen Potential

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Was ist Tetrahydrocannabivarin (THCV) und wie entsteht es?

Wie der Name vermuten lässt, ist Tetrahydrocannabivarin (THCV) sehr ähnlich zu dem berühmtesten Cannabinoid, Tetrahydrocannabinol (THC). Die chemische Struktur von THC und THCV ist nahezu identisch, aber ihre Entstehung läuft unterschiedlich ab.

Anders als THC , Cannabidiol (CBD) , und Cannabichromen (CBC) , beginnt THCV nicht als Cannabigerol-Säure (CBGA). Anstatt sich mit Olivetol-Säure zu kombinieren um CBGA herzustellen, schließt sich das Geranyl-Phosphat mit Divarinolsäure, die zwei Kohlenstoff-Moleküle weniger hat, zusammen. Das Ergebnis ist Cannabigerovarin Säure (CBGVA). Sobald CBGVA erstellt ist, wird der Prozess genauso weitergeführt, wie bei THC. CBGVA wird durch die THCV-Synthase zu Tetrahydocannabivarincarboxylsäure (THCV-A). Ab diesem Punkt decarboxyliert THCV-A mit Wärme oder mit UV-Licht, so dass THCV entsteht.

medizinischen Effekte von THCVDie Verwandtschaft zwischen THC und THCV wird unter anderem in den Effekten sichtbar. Obwohl beide Cannabinoide dieselben Rezeptoren ansprechen, tun sie dies in unterschiedlicher Form. THCV ist ein Antagonist der CB1- und CB2-Rezeptoren und wird aktuell als ein wirksamer Appetitzügler untersucht.

Marijuana macht schlank?

Warum sind Cannabis-Konsumenten im Durchschnitt schlanker? Cannabis führt oftmals zu Heißhunger auf Süßes oder Knabbereien. Forscher konnten bereits einen Zusammenhang zwischen den Endocannabinoiden und dem Appetit finden. Basierend auf den Erkenntnissen, die in diesem Zusammenhang gemacht wurden, sind Wissenschaftler an dem Potential von THCV im Kampf gegen Übergewicht interessiert.

Wie können Marijuananutzer dünner sein als Nicht- Konsumenten? Eine Studie, die im American Journal of Epidemilogy veröffentlicht wurde, findet einen faszinierenden Zusammenhang zwischen Marijuana-Konsum und Körpergewicht. Sie zeigt, dass das Übergewicht beim Menschen die mindestens dreimal pro Woche Cannabis verwenden, geringer ist verglichen mit denen, die kein Cannabis nutzen. Es wird angenommen, dass THCV die belohnenden Empfindungen, die durch Essen erzeugt werden, speziell in Bezug auf ungesundes Essen, blockiert werden. Die Forscher stellten fest, dass, obwohl Cannabis-Raucher in der Regel mehr Kalorien verbrauchen, als Nicht-Nutzer, sie paradoxerweise mit niedrigerem Body-Mass-Index (BMI) leben.

Forscher analysierten Daten aus 2 großen Erhebungen in der amerikanischen Bevölkerung. Daran waren ca. 52.000 Personen beteiligt. In den ersten Umfragen zeigte sich, dass 22% aller Nicht-Marijuanakonsumenten fettleibig waren, während es bei denen, die Cannabis regelmäiß nutzten, nur 14% waren. Eine 2. Umfrage ergab, dass 25% aller Nicht-Konsumenten übergewichtig waren, während es bei denjenigen, die regelmäßig Marijuana zu sich nahmen nur 17% waren.

THCV hilft den Appetit zu zügeln.
Man geht davon, dass auch dies einer der Gründe ist,
warum Cannabis-Konsumenten durchschnittlich schlanker sind.

THCV und der Einfluß auf Typ-2 Diabetes

Eine Studie, die 2013 in Nutrition & Diabetes veröffentlicht wurde, untersuchte die Insulinempfindlichkeit in Zusammenhang mit THCV im Mausmodell. Sie kam dabei zu dem Ergebnis, dass THCV nicht signifikant Einfluß auf die Nahrungsaufnahme oder Gewichtszunahme nimmt, es aber eine frühe und vorübergehende Erhöhung des Energieverbrauchs bewirkt. In Abhängigkeit von der Dosis reduzierte es die Glukoseintoleranz in (ob) Mäusen und verbesserte die Glukosetoleranz und die Insulinempfindlichkeit in DIO Mäusen, ohne konsequent die Blutfette zu beeinflussen. THCV stellt auch das Insulin-Signal in insulinresistenten Hepatozyten (Leberzellen) und Myotuben (Skelettmuskelzellen) wieder her. Zusammenfassend sagt die Studie aus, dass THCV eine neue potenzielle Behandlungsform gegen Fettleibigkeit darstellt, welche mit einer Glukoseintoleranz assoziiert ist.

2007  erklärt GW Pharmaceuticals, dass THCV für den Menschen laut einer klinischen Studie sicher ist und THCV wird weiterentwickelt als ein potentielles Cannabinoid für die Behandlung von Typ-2 Diabetikern und verwandten metabolischen Erkrankungen, ähnlich dem CB1-Rezeptoranagonist Rimonabant, ein Medikament, welches zur Behandlung von Übergewicht eingesetzt wird und allerdings wegen seiner psychiatrischen Nebenwirkungen in den USA verboten ist und auch in Europa unter Kritik steht.

Weitere Effekte von THCV

THCV kann nicht nur dazu beitragen Übergewicht zu regulieren, sondern es hat außerdem entkrampfende Eigenschaften. In wissenschaftlichen Studien ergaben sich Hinweise, dass THCV die Krampfschwelle für Menschen, die an Epilepsie leiden senken kann. Im Ergebnis kommt es zu weniger Anfällen.

THCV-reiche Strains gelten als  euphorisierend. Obwohl THCV im Gehirn die gleichen Rezeptoren beeinflußt wie THC, erzeugt es ein anderes High. THCV ist mehr geistig, psychoaktiv und macht zugleich einen klaren Kopf. THCV beeinflußt die Effekte von THC und bewirkt, dass dieses verstärkt wird und viel schneller wirkt, auf der anderen Seite geht man auch davon aus, dass THCV gewisse Effekte von THC blockiert. Die sich gegenseitig verstärkenden Effekte der beiden Cannabinoide erklärt vermutlich das unglaublich intensive High mancher Sorten. Viele große Sativas besitzen hohe THCV-Werte. Vor allem afrikanische Landrassen weisen einen (hohen) THCV-Gehalt auf. So z.B. Durban Poison von Dutch Passion oder Libertat von Cannamed. THCV an sich gilt als mittelmäßig psychoaktiv

THCV und CBDV bei Übelkeit

Medizinisches Marijuana ist mittlerweile zu einer häufig eingesetzten und üblichen Behandlung bei Übelkeit geworden. Es wird vielfach gegen die Nebenwirkungen der Chemotherapie genutzt, einschließlich gegen die herzschädigende Wirkung. Bisher gab es nur wenig Informationen, woher diese Effekte kommen. Eine aktuelle Studie, die im British Journal of Pharmacology veröffentlicht wurde, beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Übelkeit und den zwei Cannabinoiden THCV und CBDV. Es zeigte sich bei Untersuchungen, dass vor allem THCV aber auch CBDV Übelkeit reduzieren können und gleichzeitig den Appetit regulieren. THCV ist nach neusten Erkenntnissen besonders in der Kombination mit anderen Cannabinoiden wie THC und CBD medizinisch wirksam.

THCV bei Panikattacken

In verschiedenen israelischen Studien wurde herausgefunden, dass THCV Panikattacken blocken oder reduzieren kann und gleichzeitig bei Erschöpfung und Stress wirksam ist. THCV scheint dabei keine anderen Gefühle zu beeinträchtigen, außer denen, welche mit „Flucht & Kampf“ assoziiert sind.

THCV und das Knochenwachstum

Nach mehreren Studien stimuliert  THCV das Knochenwachstum und scheint großes medizinisches Potential bei der Behandlung von Ostheoporose und ähnlichen Erkrankungen zu besitzen.

Die Durban Poison von Dutch Passion mit hohem THCV-Gehalt

Von Südafrika stammende Sorte, die in Holland noch weiter optimiert wurde. Sie ist sortenrein, niemals hybridisiert und 100 % Sativa. Durban Poison bildet grosse, lange, mit reichlich Harz versehene Buds aus. Sie duftet nach süssem Likör oder Anis und besticht mit einem Thai-ähnlichem High. Das erstaunliche: Die Blütedauer ist zwischen 8 und 9 Wochen, also sehr schnell für eine Sativa. Sie ist bekannt für ihren hohen Anteil an THCV.

Die Libertad von Cannamed

Die Wirkung der Libertad ist sativatypisch euphorisierend, rein zerebral und regt die Kreativität an. Sie besitzt neben 15% THC und 0,06% CBN wie manche afrikanische Landrassen einen sehr hohen Anteil an THCV (0,8%). Mit Libertad entwickelte Cannamed eine medizinische Cannabissorte, die v.a. bei Epilepsie, Diabetes und Übergewicht Anwendung findet. Sie blühnt nur etwa 9 Wochen und liefert grosse, potente Ernten.

Libertad

The cannabinoid Δ9-tetrahydrocannabivarin (THCV) ameliorates insulin sensitivity in two mouse models of obesity. E T Wargent1, M S Zaibi1, C Silvestri2, D C Hislop1, C J Stocker1, C G Stott3, G W Guy3, M Duncan3, V Di Marzo2 and M A Cawthorne1, 1Clore Laboratory, University of Buckingham, Buckingham, UK, 2Endocannabinoid Research Group (ERG), Institute of Biomolecular Chemistry, Consiglio Nazionale delle Ricerche, Pozzuoli, Italy
3GW Pharmaceuticals, Porton Down Science Park, Salisbury, UK, Correspondence: Professor M Cawthorne, Clore Laboratory, University of Buckingham, Hunter Street, Buckingham MK18 1EG
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