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Das Terpen Pinen: Mehr als nur Aroma.

Alpha-pinen

Terpene wie Pinen sind aromatische Verbindungen, die in den Trichomen der Cannabispflanze erzeugt werden. Pinen ist ein Terpen, welches sehr häufig in Cannabis vorkommt und nach einem Pinienwald und Kiefer riecht. Es gehört zu den am besten erforschten Terpenen und trägt mehr zum Erlebnis einer Cannabissorte bei als nur den Geschmack. Besonders ist es bekannt für seine entzündungshemmenden Eigenschaften. Zusätzlich verbessert es die Aufmerksamkeit und die Gedächtnisleistung.

Man geht davon aus, dass Terpene als Schutz vor pflanzenfressenden Feinden und zur Abwehr von Parasiten entstanden sind. Außer im Cannabis kommt Pinen auch noch in zahlreichen anderen Pflanzen vor z.B. in Organgenschalen, in Kiefernadeln, in rosmarin, Dill, Basilikum, Nadelbäumen und in Petersilie.

Terpene lassen sich am besten mit Hilfe der Wasserdampfdestillation oder der Hydrodestillation extrahieren. Dies erfordert ein wenig Hintergrundwissen und eine geeignete Ausrüstung, da Terpene leicht beschädigt werden können und besonders empfindlich auf Druck oder Temperaturänderungen reagieren.

Pinen ist ein Monoterpen, das in der Natur in zwei Molekülen mit derselben chemischen Formel, aber unterschiedlicher Struktur vorkommt. Diese beiden Varianten sind als Alpha-Pinen und Beta-Pinen bekannt. Beide haben eine ähnliche Wirkung, aber das meist verbreitete ist das Alpha-Pinen, das u.a. in Kiefern und anderen Nadelbäumen, Salbei, Beifuß, Eukalyptus, Rosmarin, Thymian, Bergamotte und in Olivenöl vorkommt. In der Natur kommt Pinen sehr häufig vor und es findet vielfach Anwendung in Parfums, Kosmetika und Reinigungsmitteln.

Wenn Du gerne vaporisierst,  das Aroma und die medizinischen Eigenschaften genießen möchtest, solltest Du auf die Temperatur achten, bei der Du das Cannabis verdampfst. Jedes Terpen oder Cannabinoid hat einen bestimmten Siedepunkt. Das bedeutet, dass das Cannabis eine bestimmte Temperatur erreichen muss, bevor sich ein entsprechendes Terpen in Dampf umwandelt.

Der Siedepunkt von α-Pinen liegt bei 155-156 ° C. Bei einer höheren Temperatur wird es zerstört und kann nicht mehr genutzt werden.

Terpen-Pinen

Die medizinischen Nutzen von Pinen

Wie bereits erwähnt bietet Pinen wie viele andere Terpene zahlreiche medizinische Vorteile. Dies sind die wichtigsten bisher erforschten:

  • entzündungshemmend
  • antimikrobielle Wirkungen
  • gastroprotektiv
  • Bronchodilator (erweitert die Atemwege)
  • Antioxidans
  • verbessert die Gedächtnisleistung
  • macht wach und klar
  • Schmerzlinderung

Pinen und die Wirkung einer Sorte

Pinen kann erstaunlicherweise mitbestimmen, wie sich das High einer Sorte anfühlt und wie stark es ist. Aus diesem Grund sind Pinen und andere Terpene für viele Cannabis-Nutzer genauso wichtig wie die vorhandene Menge an Cannabinoiden. Insbesondere hält Pinen wach, wirkt entzündungshemmend, anti-bakteriell und antimykotisch. Daher werden Sorten mit einem hohen Pinen-Anteil häufig bei Multipler Sklerose, Arthritis oder Morbus Crohn eingesetzt. Man geht davon aus, dass es auch Angstzustände verbessern kann und die analgetische Wirkung mancher Sorten verstärkt.

Im Jahr 2011 veröffentlichte Dr. Ethan Russo im British Journal of Pharmacology eine Forschungsstudie mit dem Namen „Taming THC: Potential Cannabis Synergy and Phytocannabinoid Terpenoid Entourage Effects“, in der er darauf hinweist, dass Pinen und andere Terpene in der Lage sind, Cannabinoide zu ergänzen und damit einzigartige und interessante therapeutische Wirkungen erzielen können. Der Entourage-Effekt besagt demnach, dass es eine Verbesserung und Steigerung der vorteilhaften Eigenschaften verschiedener Cannabisverbindungen wie CBD, THC, Flavonoide oder Terpene gibt, wenn sie kombiniert werden und im Körper zusammenarbeiten.

Eine Studie aus dem Jahr 2018, welche in der Fachzeitschrift Chemotherapy veröffentlicht wurde, konnte zeigen, dass Alpha-Pinen bei der Behandlung von Prostatakrebs bei Mäusen wirksam sein kann.

Japanische Ärzte und Forscher glauben, dass ein Spaziergang durch ein Waldgebiet aus Kiefern und anderen Baumarten eine entspannende Wirkung auf Körper und Geist haben kann. Darüber hinaus veröffentlichte das Internationale Journal für Umweltforschung und öffentliche Gesundheit im Jahr 2017 einen umfassenden Überblick über bestehende Forschungsergebnisse. Die Überprüfung ergab, dass das Spezieren im Wald den Blutdruck und die Pulsfrequenz senkt und das Potenzial hat, Stress abzubauen und die allgemeine Gesundheit zu verbessern. So kann Pinen zusammen mit vielen anderen in Wäldern vorkommenden Terpenen eine indirekte therapeutische Wirkung auf die Angst haben. Weitere Untersuchungen sind jedoch erforderlich, um zu verstehen, ob und wie Pinen die Angst direkt beeinflussen kann.

Welche Cannabissorten enthalten besonders viel Pinen?

jack-herer-strain

  • Jack Herer von Sensi Seeds: Eine Sorte, die eine Harzmenge produziert, die so groß ist, dass sie sogar Blätter und Stamm befleckt. Seine Wirkung fügt ein Gefühl der Leichtigkeit hinzu, so dass es den Anschein hat, als ob Sie schweben.
  • Mokums Tulip von Dutch Passion: Die Sorte produziert große Mengen an Harz, hat ein erstaunliches Wachstum und überdurchschnittliche Erträge. Das Terpeneprofil ist komplex und beinhaltet unter anderem Pinen.
  • Romulan Ultra von 1000Seeds Genetics: Diese Sorte entwickelt eine Knospe in der Mitte und viele steinharte, harzige Blüten. Neben dem charakteristischen Kieferngeschmack, den wir als typisch für Pinen-, Trauben- und Minzaromen definiert haben, können auch wahrgenommen werden. Seine Wirkung ist der Klassiker einer Indica, so dass es Sie so sehr entspannt, dass Sie bereit sind, ins Bett zu gehen.
  • Medikit von Buddha Seeds: MediKit ist eine feminisierte Sorte mit einem extrem hohem CBD-Gehalt. Die Sorte hat bis zu 20% CBD bei nur 1% THC. Sie hat eine Aroma wie Mangos und Pinie.
  • Chem OG von female Seeds: Der Rauch dieser Sorte ist mild und intensiv, wobei sich viele Aromen verbinden: der Geschmack von Pinie, Zitrone und holzigen Noten. Die Wirkung ist intensiv und lang anhaltend. Sie kombiniert ein anregendes und fröhliches High mit einem beruhigenden Indica-Effekt.
  • North Thunderfuck von Royal Queen: die Sorte hat ein High, das langsam beginnt, dich aber hart trifft. Ihre Wuchsform ist wie ein Weihnachtsbaum und das Aroma erdig mit vielen Kieferntönen.

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