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So richtest Du einen Growraum ein

Schritt-für-Schritt zum eigenen Indoor-Grow

Um die besten Pflanzen selbst zu kultivieren sind einige Komponenten und ein wenig Planung notwendig. Indoorpflanzen brauchen ein stabiles und ganz bestimmtes Klima um sich gut zu entwickeln. Dies kann nur in einem geschlossenen Growraum oder einer speziellen Grow-Box sichergestellt werden. Hier erfahrt ihr, wie man Schritt-für-Schritt den eigenen Growraum aufbaut und somit zum erfolgreichen Indoor-Grower werden kann.

Für die Einrichtung eines Growraums oder einer Grow-Box benötigst Du verschiedene Komponenten (wie Lüfter, Pflanzenbeleuchtung usw.) und evtl. Werkzeug. Die Größe des Growraums entscheidet, wie viele Pflanzen darin angebaut werden können. Die Größe der Anbaufläche bestimmt außerdem die notwendige Wattstärke und die Anzahl der Lampen. Als grobe Richtlinie kann man sagen, dass pro 1W NDL-Licht 0,5-1g Blüten geerntet werden können, sofern alles wie vorgesehen läuft. Eine 200W-NDL erzeugt also 100-200g trockene Blüten bei idealen Anbaubedinungen.

Der richtige Anbauort

Am Anbauort oder in der Nähe sollte ein Wasseranschluss sein und außerdem eine (besser 2 unabhängige) Steckdosen sowie ein Luftauslass nach draußen. Das stellt oftmals die größte Herausforderung dar. Die verbrauchte warme Luft aus dem Growraum muss ins Freie geleitet werden. Es ist nicht immer einfach einen Luftauslass unauffällig zu realisieren ohne bestehende Installationen zu demontieren. Dazu erfahrt ihr später noch mehr.

Indoor-Grow-Setup

Ein ausgebauter und trockener Keller kann ein guter Platz für den Grow sein. Die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur lassen sich in vielen Fällen gut kontrollieren und die Grow-Box kann sicher untergebracht werden. Growräume und -boxen am Dachboden sind häufig schwieriger. Die Hitze kann schnell zu hoch werden oder die Temperaturen fallen im Winter zu stark, wenn keine ausreichende Isolierung besteht.

Scheunen und Garagen gehören zu den ungünstigsten Anbauorten für Cannabis. Fremde Personen können leichter und unbemerkter ins Gebäude eindringen. Häufig werden Growzelte oder Growschränke in der Wohnung, im Schlafzimmer oder in einem Abstellraum aufgebaut und betrieben. Hier sind die Parameter relativ einfach zu kontrollieren. Besucher könnten allerdings die Anlage schneller ungewollt sehen. Tipp: Vermeide deinen Growraum dort zu installieren, wo sich auch deine Zentralheizung, dein Stromkasten für die gesamte Wohnung/Haus befindet oder dergleichen, bedenke, falls hier eine Reparatur notwendig wird, müsstest du womöglich den gesamten Schrank samt Pflanzen abbauen und es könnte ganz schön kompliziert werden.

Das Budget

Als nächstes geht es um das Budget, welches du für den Growraum ausgeben kannst. Wenn du nur ein kleines Budget zur Verfügung hast, kannst du in einigen Punkten sparen, auf bestimmtes Equipment aber wiederum auch nicht verzichten. Die Kosten variieren stark je nachdem, welche Ausstattung du wählst.

Man kann sich eine Growbox aus Holz, Regipsplatten oder MDF-Platten auch selbst bauen. Das hat den Vorteile, dass die Box dann individuell angepasst werden kann, tarnmäßig unter die Treppe oder an sonstigen Stellen integriert werden kann und Raum somit sinnvoll genutzt wird. Aber: nach allem Rechnen, eine selbstgebaute Box kommt nie günstiger als ein fertiges Growzelt, das zudem einfacher, schneller und auch ohne Vorkenntnisse aufgebaut werden kann. Eine Ausnahme wäre, wenn du bereits Material zu Hause hast und dieses nicht kaufen müsstest. Du kannst die verschiedensten Growzelte kaufen und in unserem Sortiment findest du eine große Auswahl.

Growroom

Den Growraum planen

Wenn Du entschieden hast, wie viele Pflanzen du anbauen möchtest, kannst du entweder ein Komplett-Set kaufen, das bereits alle notwendigen Teile richtig aufeinander abgestimmt enthält oder du beginnst mit der Planung des Growraums:

Das Grow-Licht

Der Indoor-Growraum ist ein geschlossenes Anbausystem, innerhalb dem sich die Beleuchtung der Pflanzen einfach regulieren und kontrollieren lässt. Du solltest sicherstellen, dass während der Nacht (also wenn das Licht aus ist) kein Sonnenlicht oder künstliches Licht in die Box scheinen kann. Verschließe die Türe des Growraums immer gut und kontrolliere selbstgebaute Growschränke auf Spalte und Ritzen durch die vielleicht Licht scheinen könnte.

Jede Pflanze braucht für ihre Photosynthese Licht, ohne dem sie nicht wachsen kann. Um im Indoor-Garten das Sonnenlicht zu ersetzen, benötigen wir ein ausreichend starkes künstliches Licht.
Ein Growraum mit einer Anbaufläche von 80 x 80cm bzw. 100 x 100cm benötigt mindestens eine 400W starke NDL-Lampe oder eine gleichwertige Pflanzen-LED, für eine Anbaufläche von 100 x 100cm bzw. 120 x 120cm ist eine 600W-NDL ideal. Man könnte auch weniger Watt benutzen, dies würde sich aber stark auf die Erträge und die Qualität der Ernte auswirken.

5% mehr Licht bewirken 5% mehr Wachstum/Ertrag

Installation der Pflanzenlampe

Eine NDL-Lampe besteht aus einem Vorschaltgerät, einem Reflektor und einem NDL-Leuchtmittel. In den LED-Growlampen ist bereits alles integriert.
Der Reflektor der Lampe soll so eingerichtet werden, dass alle Pflanzen optimal beleuchtet werden. Als Befestigung eignen sich am besten spezielle Lampenaufhänger, die man einfach in der Länge einstellen und an die Höhe der Pflanzen anpassen kann.

Befindet sich das Vorschaltgerät direkt an der Lampe, sollte die gesamte Lampe mit mehreren Aufhängern gesichert werden. Die meisten NDL-Lampen haben jedoch ein externes Vorschaltgerät, das am Besten außerhalb der Growbox und erhöht aufgestellt wird. Es bietet einige Vorteile, das Vorschaltgerät außerhalb der Box zu positionieren: zum einen gelangt die Hitze, welche ein Vorschaltgerät erzeugt, nicht in den Growraum und erhöht hier die Temperatur zu sehr zum anderen ist das Vorschaltgerät außerhalb mehr geschützt vor Wasserspritzern etc.

Achte darauf, dass sich das Vorschaltgerät immer auf einer feuerfesten Unterlage befindet, denn es kann ziemlich heiß werden. In unserem Artikel „Die Beleuchtung von Cannabispflanzen“ kannst du mehr zu dem Thema erfahren.

Wenn die Pflanzen später in den Growraum gestellt werden, ist es besonders wichtig auf den richtigen Abstand der Pflanzen zur NDL-Lampe zu achten:

  • 400W NDL/MH-Lampe: 30 cm Abstand
  • 600W NDL/MH-Lampe: 35 cm Abstand
  • LEC 315W: 45-50cm Abstand
  • LEC 630W: 50-55 cm Abstand

Die Belüftung

Setup Growraum

1 Vorschaltgerät: sollte immer mit der Wattzahl des Leuchtmittels übereinstimmen (z.B. Vorschaltgerät 600W mit NDL-Leuchtmittel 600W)

2 Zeitschaltuhr: steuert die tägliche Beleuchtungsdauer

3 Lüfter: Rohrlüfter/Ufolüfter/Schneckenlüfter

4 Aktivkohlefilter (AKF): nimmt die Gerüche weg

5 Abluftrohr: führt nach draußen

6 Umluftventilator: mit Schwenkfunktion oder rotierender Boxenventilator

7 NDL-Lampe/LED-Panel

8 Zuluft: Eingang für die frische Luft

Ein Lüfter (z.B. Ufolüfter, Rohrlüfter) sorgt dafür, dass warme verbrauchte Luft sowie Feuchtigkeit aus dem Growraum entfernt werden und neue frische Luft zu den Pflanzen gebracht wird. Pflanzen brauchen CO2 für die Photosynthese. Mit Hilfe des Lüfters wird die Luftfeuchtigkeit gesteuert und auf ein ideales Niveau gebracht. Ohne dem Lüfter würde oftmals die Luftfeuchtigkeit im Growraum vor allem nachts zu hoch werden. Bei einer zu hohen Luftfeuchtigkeit können sich die Pflanzen nicht mehr optimal entwickeln und es werden Bedingungen geschaffen, so dass sich schädliche Pilze ausbreiten können. Deswegen ist eine gute Belüftung des Growraums einer der wichtigsten Punkte beim Indoor-Grow.

Klima-Grow

Hinweis: Wenn du mit elektrischen Geräten wie Vorschaltgerät, Lüfter usw. arbeitest und diese einsetzt achte immer darauf, dass ein ausreichender Abstand zu Wasser oder einem Tank besteht. Stelle sich, dass die Geräte beim Gießen nicht feucht werden oder Wasserspritzer abbekommen.

Mehr Details zum Thema Belüftung und die richtige Stärke des Lüfters in Abhänigkeit von der Raumgröße findest Du in diesem Artikel: „Die richtige Belüftung für den Growraum“ Verwende auf alle Fälle einen ausreichend dimensionierten Lüfter und die passende Beleuchtung um die besten Ergebnisse zu erzielen.

Installation der Abluft

In so gut wie allen Growräumen werden Lüfter für die Abluft gebraucht und zusätzlich Aktivkohlefilter (AKFs) notwendig um Gerüche zu beseitigen. Du solltest hier nicht an der falschen Stelle sparen. Das ideale Klima und das richtige Maß an Diskretion können entscheidende Faktoren sein, um einen Grow erfolgreich zu Ende zu bringen und zu schützen.

Wenn zu viele Gerüche aus dem Growraum gelangen, muss entweder ein stärkere Lüfter oder ein größerer AKF eingesetzt werden. Es kann also sowohl der Lüfter zu klein dimensioniert sein als auch der AKF. Es kann zu Geruchsproblemen kommen, wenn beides nicht zusammenpasst und der Lüfter z.B. zu stark für den Aktivkohlefilter ist.

Die Abluft im Growraum stellt häufig eine besondere Herausforderung dar. Am besten ist es, wenn man einen Ausgang ins Freie realisieren kann und die verbrauchte alte Luft direkt nach draußen befördert. Leite die Abluft in keinem Fall, in den Raum, in dem auch die Growbox steht. So kann man sich das ganze Klima sparen und die Pflanzen würden nur in ihrer verbrauchten eigenen Luft stehen, ohne dass es zu einem wirklichen Luftaustausch kommt. Auf der anderen Seite braucht der Growraum oder das Growzelt einen Lufteinlass, durch den kontinuierlich frische Luft in den Anbauraum strömen kann. Weil warme Luft immer nach oben steigt, befindet sich der Lüfter und die Abluft oben nahe an der Decke der Growbox während der Eingang für die Zuluft stets unten sein sollte.

Lüftungsrohre werden am Lüfter und dem AKF fixiert mit Hilfe von Gewebeband, Aluband oder Schlauchklemmen. Cannabispflanzen leben von einem perfekten Klima und viel frischer Luft so wie in der freien Natur auch. Achte darauf, dass die Zuluft aus ausreichend frischer Luft besteht, wenn du keine direkte Verbindung nach draußen schaffen kannst, lüfte sehr oft. Übrigens: Cannabispflanzen mögen selber nicht so gerne rauchen. Die Luft sollte also auch nicht rauchig qualmig sein.

Abluftrohre können in manchen Fällen in den Kamin geleitet werden. Dies erfordert allerdings eine bereits vorhanden Öffnung im Kamin und/oder einiges an Fachwissen und Werkzeug. Sei vorsichtig, wenn du dich selbst nicht auskennst und überlegst vorhandene Installationen abzubauen oder Löcher in den Schornstein zu machen. Das kann möglicherweise zu Schäden führen oder Du ziehst unnötige Aufmerksamkeit auf dich. Vielleicht gibt es noch eine andere Möglichkeit um die Abluft zu realisieren?

Gerüche neutralisieren

Die Gerüche der Pflanzen müssen neutralisiert werden noch bevor die Luft den Growraum verlässt. Hierzu ist es am Besten und am üblichsten einen Aktivkohlefilter zu verwenden. Dieser wird direkt mit dem Lüfter verbunden. Aktivkohlefilter können ein ziemliches Gewicht haben und müssen mit extra Aufhänger oder Nylonbändern an der Decke der Grow-Box befestigt werden. Ein Aktivkohlefilter für einen durchschnittlichen Growraum von 80 x 80cm oder 100 x 100cm braucht eine Leistung von etwa 340m³/Stunde.

Aktivkohlefilter, Gerüche neutralisieren

Zusätzlich empfiehlt sich der Einsatz von geruchsneutralisierenden Mitteln und Sprays von ONA, ZerumPro z.B. für die Ernte oder wenn die Pflanzen mal aus der Box genommen werden.

Umluft-Ventilatoren installieren

Jeder Growraum braucht einen Schwenkventilator, einen Wandventilator oder einen rotierenden Boxenventilator, vor allem während der Blütephase. Zusätzlich empfiehlt sich der Einsatz eines Clipventilators um für die optimale Liftzirkulation zu sorgen. Pro 400W-Lampe wird mindestens ein Schwenkventilator oder Boxenventilator mit einem Durchmesser von 30cm benötigt.

Ein Thermohygrometer installieren

Bringe mindestens ein Thermohygrometer an, um die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur im Growraum zu kontrollieren. Digitale Hygrothermometer sind günstig, relativ genau und sie liefern mit einem Blick die wichtigen Daten.

Thermohygrometer

Das tägliche Überwachen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit hilft dir, Erfahrungen zu sammeln und ein Gefühl dafür zu entwickeln wie der Lüfter kontrolliert werden soll, so das Luftfeuchtigkeit und Temperatur im gewünschten Bereich liegen. Dies kann mit einer Zeitschaltuhr passieren (z.B. der Lüfter schaltet sich alle 10 Minuten ein oder der Lüfter läuft dauernd). Noch zuverlässiger und einfacher kannst du die Temperatur und Luftfeuchtigkeit mit Hilfe eines Klimareglers kontrollieren und einstellen.

Wichtig ist: die Parameter Luftfeuchtigkeit und Temperatur werden weitgehend über die Steuerung des Lüfters beeinflusst.

  • Ideale Temperatur im Blüteraum tagsüber: 24° C
  • Ideale Temperatur im Blühraum nachts: 18-21° C
  • Die Luftfeuchtigkeit sollte während der Blüte nicht höher als 50% sein (tagsüber + nachts)
  • Ideale Temperatur im Wuchsraum tagsüber: 24° C
  • Ideale Temperatur im Wuchsraum nachts: 18-21° C
  • Luftfeuchtigkeit: 60% (tagsüber + nachts)

Wuchsraum und Blühraum

blank

Einige Grower stellen eine kleinere Grow-Box für die vegetative Phase, sowie für Mütter und Stecklinge und eine größere für die Blütephase auf oder nutzen ein Growzelt, das bereits 2 Kammer hat, wie das Growzelt Lodge R 2.6 von Secret Jardin. Dieser Aufbau ermöglicht es dem Grower kontinuierlich zu ernten. Je nachdem wie es dann geplant wird, kann so beispielsweise 1x pro Woche geerntet werden. Jedes Mal, wenn eine Pflanze reif ist und aus dem Growraum genommen wird, wird eine neue kleine Pflanze oder ein Steckling in die Blütekammer gestellt. Diese Methode ist ein wenig aufwendiger, allerdings auch sehr produktiv und kann sogar die Erträge um bis zu 20% steigern.

Wenn du 2 separate Growräume planst, einen für die Wuchsphase (Sämlinge, Stecklinge und Mütter) und einen für die Blütephase, kannst du regelmäßig ernten. Der Wuchsraum wird 18-24 Stunden pro Tag beleuchtet, während der Blüteraum 12 Stunden pro Tag beleuchtet wird. Um aus deiner Anbaufläche das Maximale herauszuholen, sollte der Blühraum 3 bis 4x größer sein als der Wuchsraum.

Ein Wuchsraum mit einer Fläche von 60 x 60cm kann ausreichend viele Stecklinge oder Seedlinge produzieren um einen Anbauraum von bis zu 2,5 x 2,5m zu füllen.

Der Growraum für die vegetative Phase kann mit TLED, ESL– oder CFL-Lampen beleuchtet werden. Bei einem Wuchsraum von 60 x 60 cm empfiehlt sich eine 150-200W ESL-Lampe oder 3 TLEDs.

Plane in der Nähe deines Growraums Aufbewahrungsmöglichkeiten für das Werkzeug, Zubehör und die Düngemittel mit ein.

Der Strom

Achte darauf, dass der Stromkreis, an dem Geräte wie Lüfter und Lampen angeschlossen sind, nicht überlastet wird. Grob gesagt: An die Steckdose, an die du Lampe oder Lüfter ansteckst, sollte kein weiteres elektrisches Gerät mit einer hohen Wattzahl angeschlossen werden wie z.B. Waschmaschine, Staubsauger, Fön, Geschirrspüler usw. Am sichersten ist es normalerweise, wenn Du für einen Grow auf einer Fläche von 80 x 80cm bis 120 x 120cm 2 separate Steckdosen benutzt.

Nachdem du alles aufgebaut hast, können schon die ersten Pflanzen einziehen und deinem Gärtnerglück steht nichts mehr im Wege.

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