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Botrytis bei Cannabis

Hola Freunde der schönsten Pflanze der Welt,

heute gehts in meinem Growblog um eine unschöne Sache, nämlich Botrytis (Grauschimmel). Leider kennen viele Grower sowohl Indoor als auch im Freien das Problem, was kann man also dagegen tun?

Grauschimmel (lat. Botrytis cinerea) ist eine Pilzgattung, die zu den Schimmelpilzen gehört und watteartige bis flauschige Überzüge bildet. Die Farbe ändert sich von anfänglich weiss zu grau, daher kommt auch sein Name. Er kann auch Auslöser der Umfallkrankheit bei jungen Pflanzen sein. Abgesehen davon, dass schimmeliges Weed recht bescheiden schmeckt, ist es auch gesundheitsschädlich und kann die Atemwege stark belasten und sogar schädigen.

Vor allem Indicas sind oftmals von Schimmelbefall gegen Ende der Blütephase betroffen. Dies liegt an ihren dicken, festen, oftmals knallharten Buds, die wenig bis keine Luft durchlassen und dadurch im Inneren ein warmes, feuchtes Klima aufweisen, was leider ideal für die Ausbreitung von Botrytis ist. In den feingliedrigeren, luftigen Sativablüten hat der Grauschimmel viel weniger Chancen sich zu verbreiten und tritt dort viel seltener auf. Der Grauschimmel beginnt oft in der Mitte der Blüten, besonders bei großen und dichten Buds, und kann sehr schnell die gesamte Ernte vernichten. Oftmals sehen die Buds von außen ganz normal aus, während sich der Schimmel in der Blüte ausbreitet. Botrytis verbreitet sich am leichtesten auf verletztem Gewebe, v.a. bei feuchtem und kühlem Klima. Deshalb tritt er Outdoor im Herbst, wenn die Blüten in voller Pracht erstrahlen häufig auf und auch in machen Growräumen fallen im Winter die Temperaturen, so dass auch viele Indoorgrower das leidige Problem kennen.Es ist wie bereits gesagt schwer, ihn gleich zu Beginn zu entdecken, da er immer tief innerhalb der Blüte zu wachsen beginnt. Er breitet sich anfangs nur recht langsam aus, hat er allerdings erstmal Fuss gefasst, frisst er die Blüten regelrecht auf.

BotrytisBotrytis

Wenn Du Schimmel zwischen den Buds entdeckst, schneide sie sofort weitläufig ab (lieber ein Paar Zentimeter gesunde Pflanze geopfert als den ganzen Grow versaut) und verbrenne die infizierten Stellen am besten sofort, so dass sich auch keine Sporen mehr verbreiten können. Aber keinesfalls in der Tüte oder Bong verbrennen! 😉

Es gibt verschiedene chemische Mittel gegen Botrytis, doch zum einen sind diese gesundheitsschädlich und man will ja kein verseuchtes Weed anbauen, zum anderen entwickelt Grauschimmel leider sehr schnell Resistenzen, so dass diese nur bedingt helfen.

Daher sollte man vor allem vorbeugend eingreifen:

  • Einsatz von sogenannten Antagonisten, also Gegenspielern. Das sind in unserem Fall andere Pilze oder auch Hefen, die in Konkurrenz zum Grauschimmel stehen, weil sie sich schneller verbreiten und dem Grauschimmel so Raum und Nährstoffe entziehen. Beispiele sind z.B. Trichoderma spp. und Pythium oligandrum. Es gibt hierfür spezielle Pärparate für die Cannabis-Zucht, z.B. Hesi Power Zyme.
  • Einsatz von allgemeinen Stärkungsmitteln für die Pflanzen, entweder durch Bodenbakterien wie Bacillus subtilis, welche durch Verbesserung des Wurzelwachstums das Wachstum und die Widerstandskräfte stimulieren sollen, oder durch Ausbringen von Fettsäuren und Spurenelementen, die neben einer Steigerung der pflanzeneigenen Abwehrkräfte und eine Stärkung der pflanzlichen Zellwände herbeiführen, so dass die Pilzsporen nicht mehr so leicht in die Pflanze eindringen können, z.B. GHE Bio Essentials, Mineral Magic, Rhizotonic, Vita Race, CANNAZYM oder Neudorf Schachtelhalm-Extrakt.
  • Die Belüftung sollte ausreichend sein und außerdem müssen Ventilatoren im Growroom eingesetzt werden, so dass die Luft in Bewegung gerät.
  • Die Luftfeuchtigkeit im Growroom sollte nicht zu hoch sein. Das Pflanzmedium sollte feucht, aber nicht nass sein. Vor allem am Morgen und Abend auf ausreichend Belüftung achten, da dann die Luftfeuchtigkeit am höchsten ist.
  • Buds nicht mit Wasser besprühen, dieses kann womöglich nicht mehr abtrocknen und es bildet sich schnell Schimmel!
  • Achte immer auf gesunde und unverletzte Pflanzen. Botrytis greift immer zuerst geschwächtes, krankes Gewebe an. Einmal in die Pflanze eingedrungen, breitet er sich auch im gesunden Teil aus.
  • Überdüngung begünstigt die Schimmelbildung, besonders zu viel Phosphor kann die Pflanze extrem schwächen.
  • Absolute Sauberkeit im Growroom! Alte, abgestorbene Blätter entfernen und auch schwache Triebe im unteren Bereich der Pflanze lieber mit einem desinfizierten, scharfen Messer abschneiden, so dass mehr Luft an die starken Triebe kommt.

Botrytis ist ein sehr hinterhältiger und zerstörerischer Pilz. Achte daher immer auf Sauberkeit und gesunde Pflanzen. Denn lieber 5 Minuten mehr Zeit investiert, als massive Einbußen oder gar komplette Ernteausfälle. Wenn Du schon häufiger Probleme mit Pilz oder Schimmel bei Deinen Cannabispflanzen hattest, es gibt auch einige Sorten, die eine hohe Resistenz gegen diese Erkrankungen haben, so z.B. Silver Bubble von Reserva Privada, Malakoff von medical Seeds, Swiss Cheese von Nirvana, Sweet Purple von Paradise Seeds oder Diamond Cream von Anesia Seeds.

In diesem Sinne, eine pilz- und schimmelfreie Growzeit,

Euer Juan

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Botrybel gegen Botrytis

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