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Was sind THC-Diamonds?

THC-Diamanten

Diamanten gelten schon immer als der Inbegriff von Edelsteinen. Sie sind leuchtend klar und nahezu unzerbrechlich. Die Faszination für Kohlenstoffdiamanten trägt sicherlich zur Beliebtheit von „THCA-Diamonds“ bei. Es handelt sich dabei um Cannabis-Extrakte, die nicht nur wunderschön anzusehen sind, sondern auch enorme Potenz und intensive Aromen aufweisen.
Cannabiskonzentrate können sich hinsichtlich Konsistenz, Wirkung, Farbe und Verwendung stark voneinander unterscheiden. In jüngster Zeit wurden vor allem in Kalifornien und einigen weiteren US-Bundesstaaten die stärksten und reinsten Cannabisextrakte auf den Markt gebracht. Dazu gehören THC- und CBD-Powder sowie Diamonds, welche sich großer Beliebtheit erfreuen.

Aber was sind Diamonds genau und wie entstehen sie?

THC-Diamonds oder auch THC-Kristalle genannt sehen echten Diamanten sehr ähnlich und bestehen zu 99% aus reinem THC-A. Die Größe der Kristalle kann sehr klein sein und Kristallzucker ähneln. Kristalle können aber auch einige Millimeter breit sein. Die restlichen 1% der THC-Diamonds bestehen aus Terpenen und weiteren Cannabinoiden in ihrer reinsten Form.

Guild Extracts aus Kalifornien wurde berühmt dafür, sehr große THC-Kristalle herzustellen, indem sie die molekulare Isolierung verwendeten. Dieser Prozess erfordert einen großen technischen Aufwand und eine hochprofessionelle Ausstattung wie etwa einen Chromatographen.

Das Interesse von obsessiven Extrakte-Nutzern wandelte sich von BHO zu „Sauce“, was im Grunde eine halbgetrennte Mischung aus viskosem Terpenextrakt und kleinen THC-A Kristallen ist. Hierfür wurde eine einfachere Low-Tech-Methode entwickelt, welche die Bildung größerer Kristalle fördert. Die „Diamond Sauce“ wurde für viele Kenner zu einem Objekt der Besessenheit, nicht zuletzt wegen der beindruckenden Optik und Ästhetik.

Wie werden THC-A Diamonds hergestellt?

Bei der Cannabisextraktion sollen inerte Pflanzenteile entfernt und die gewünschten primären Cannabisverbindungen isoliert werden. Diese Cannabisverbindungen kann man in zwei Hauptgruppen unterteilen: die Terpene und die Cannabinoide. Viele Terpene, die dem Cannabis sein einzigartiges Aroma und Duft verleihen, spielen eine bedeutende Rolle beim Entourage-Effekt* und sind bei Raumtemperatur flüssig. Cannabinoide dagegen, welche unmittelbar mit dem Endocannabinoidsystem des Körpers interagieren, nehmen unter gewöhnlichen Bedingungen eine feste Form an.

*Entourage-Effekt: Die Forschung hat ergeben, dass Vollspektrum-Cannabis-Extrakte und Cannabisblüten effizienter wirken als die isolierten Cannabinoide oder Terpene alleine. Terpene und Cannabinoide können sich gegenseitig positiv beeinflusse, was deren Wirkungsweise betrifft.

Die meisten Cannabiskonzentrate enthalten sowohl Terpene als auch Cannabinoide. Dies macht sie anfällig für einen Prozess, welcher Nukleation genannt wird und letztlich zur Trennung der beiden Verbindungen führt. Vielleicht hast du schon mal beobachtet, was mit einem alten Shatter passiert, und du konntest dabei die Nukleation erkennen. Der gleiche Prozess findet statt bei „Diamond Sauces“. Der Unterschied ist: wenn Shatter nukleiert, bildet es im Allgemeinen keine kristallinen Strukturen, zumindest keine, welche Du sehen kannst. Mit einem Verfahren, das „Jar Tech“ oder auch „Diamond Mining“ genannt wird, können größere Kristalle in kurzer Zeit erzeugt werden.

Diamond-Sauce-Cannabis

Terp-Sauce ist ein starkes Cannabisextrakt, das die natürlichen Terpene der Pflanze mehr als andere Extraktionsmethoden bewahrt. Während viele Konzentrate ihre Terpene verlieren, um ein Konzentrat zu werden, macht Terp-Sauce das Gegenteil. Die Terpene werden erhalten und sind in konzentrierter Form vorhanden.

Der Anfang der meisten „Diamond Sauces“ ist BHO Live Resin, das aus frischen und blitzgefrorenen Cannabisblüte innerhalb eines sogenannten Closed-Loop-Systems extrahiert wird. Das daraus entstandene Öl wird vorsichtig gereinigt, um Reste von Lösungsmitteln zu entfernen. Anschließend bleibt das Öl in einem geschlossenen Behälter für etwa 2-3 Wochen. Während dieser Zeit kommt es zu einem deutlichen Kristallwachstum. Der Prozess basiert auf der Trennung und deswegen entsteht ein stark terpenehaltiges Extrakt mit Cannabinoidkristallen. Einige Hersteller fördern die Kristallbildung durch die Zugabe bestimmter Lösungsmittel, während die besten unter ihnen darauf verzichten.

Die Wissenschaft hinter „Jar Tech“ ist relativ unkompliziert, aber in Kalifornien gleichzeitig von vielen Vorschriften eingeschränkt, welche nur schwer umsetzbar sind. Die Gewinnmargen sind dort bereits so gering geworden, dass sich eine Anpassung zu konformen Verfahren kaum lohnt. In anderen Teilen der Welt sind die THC-Diamanten dagegen in so weiter Ferne, dass man es nicht glauben möchte. Wirklich große THC-Kristalle sind am legalen Markt, auch in Kalifornien, kaum zu finden. Ein paar wenige riesige Kristalle würden sich mit den Terpenen im Glas zur schwer vermischen. Es findet keine gleichmäßige Verteilung statt.

Kristall-THC

Der Hype um THCA-Diamanten

Kohlenstoffdiamanten sind wegen ihres dramatischen Aussehens beliebt und das gleiche ist es bei THCA-Diamonds. Aus praktischer Sicht macht es nur wenig Sinn, großen THC-Diamanten hinterherzujagen. Kleinere Kristalle, die sich gleichmäßig mit den flüssigen Terpenen vermischen, ermöglichen eine gleichmäßigere Wirksamkeit. Zudem lassen sich die kleineren Kristalle schneller produzieren. Trotzdem geht eine hypnotische und tranceartige Ausstrahlung von den großen funkelnden THC-Diamanten aus.

Was ist THC-A?

THC-A ist ein inaktives Cannabinoid, welches sich nach dem Erhitzen auf eine bestimmte Temperatur in THC umwandelt. Unerhitzt und für sich gesehen ist THC-A unwirksam und nicht-psychoaktiv. Deswegen geben THCA-Diamanten essbaren Produkten nicht den gewünschten Effekt und sollten besser geraucht, vaporisiert oder gedabbt werden. Grundsätzlich sollten THC-Diamanten bei der Einnahme auf mindesten 177° C erhitzt werden, um das THC zu aktivieren.

Welche Wirkung haben THCA-Diamanten

Die Effekte von THC-Diamanten sind intensiv und wirklich umwerfen stark. Während Cannabisblüten einen durchschnittlichen THC-Gehalt von 20-25% enthalten, haben THC Diamanten beinahe 100%. Die Effekte sind also ca. 4x stärker als bei gewöhnlichem Grass.

Wo gibt es THC-Diamanten?

Das ist schwierig. Selbst in Ländern und US-Bundesstaaten, in denen der Verkauf von Cannabis für Genusszwecke erlaubt ist, gibt es THC-Kristalle praktisch nicht als ein Massenprodukt. Damit ist es fast unmöglich, in den Genuss dieser einzigartigen Raritäten zu kommen. Nur wenige Menschen weltweit, die die Möglichkeit hatten die Diamanten selbst herzustellen, konnten sie für sich und Bekannte aufbewahren und testen. Einige wenige Exemplare wurden versteigert. Zudem ist der Verkauf von Cannabisprodukten in vielen Teilen der Welt komplett verboten, so dass es noch ein wenig dauern kann bis die THC-Diamanten für viele Menschen zugänglich sein werden.

Kann man THCA-Diamonds auch selber machen?

Für die Herstellung von hochwertigen THCA-Kristalle oder „Sauce“ ist grundsätzlich eine professionelle Anlage und Ausstattung notwendig, die normalerweise nur kommerziellen Erzeugern zur Verfügung steht.

Closed-Loop-System

Vielleicht denkst du Dir jetzt, aber es muss doch eine Möglichkeit geben, um diese Diamanten auch selbst du testen. Theoretisch kannst du die Kristalle auch selbst herstellen, wenn du über das nötige Wissen und die entsprechende Ausstattung verfügst. Grundsätzlich geht es dabei um organische Chemie und den Prozess der Rekristallisation.

Bei der Herstellung von THC-Diamanten geht es darum die Trennung von Cannabinoiden und Terpenen zu fördern. Das fertige Produkt ist extrem aromatisch und sehr stark. Dafür wird vorzugsweise Live Resin verwendet, weil es mehr Terpene enthält und einfacher kristallisiert. Das Ziel ist sicherzustellen, dass das THCA beim Extraktionsprozess möglichst nicht zu THC umgewandelt wird, denn THCA kristallisiert unter den richtigen Bedingungen und THC nicht.

Über die Rekristallisation

Die meisten im Handel erhältlichen rekristallisierten Produkte werden unter Verwendung von Kohlenwasserstoffen hergestellt. Es ist jedoch technisch möglich, nicht decarboxyliertes Cannabiskonzentrat umzukristallisieren. Die vorhandene Cannabinoidsäuren können zur Erzeugung kristalliner Strukturen verwendet werden. Alle bewährten Rekristallisationsverfahren benötigen jedoch die Verwendung eines Lösungsmittels.

Cannabis-Terpene-THC

Es gibt eine Vielzahl von Verfahren zur Herstellung eines kristallinen Cannabisextrakts, einschließlich der fraktionierten Destillation. Wie bei allen Cannabisextrakten ist das Ausgangmaterial entscheidend und der Schlüssel zum Erfolg. Es gibt hierbei keinen anderen Weg. Wenn du entschlossen bist, Cannabiskristalle selbst herzustellen, solltest du nur die besten, harzigsten und potentesten Cannabisblüten verwenden. Aus schlechten Buds bekommen wir keine THC-Diamanten.

Jede Cannabissorte hat ihre ganz eigenen Eigenschaften, wenn es um die Stabilität des Extrakts, das Kristallisationspotential usw. geht. Ein großer Teil des Prozesses ist Wissenschaft, aber das Finden des richtigen Strains dafür ist mehr eine Art Kunst. Der Prozess startet mit der Butanextraktion. Das Live Resin wird anschließend mit Ethanol Alkohol aufgegossen/aufgelöst, mehrfach gefiltert und winterisiert, um die ungewünschte Pflanzenanteile zu entfernen.

Anschließend lässt man den Alkohol bei Raumtemperatur und in Dunkelheit verdunsten. Wenn der gesamte Alkohol verdunstet ist, bleibt eine dickflüssige Flüssigkeit zurück. Achte dabei unbedingt auf eine ausreichend gut Belüftung des Raums. Das gereinigte Live Resin wird anschließend in ein verschließbares Glasgefäß gegeben und muss 2-3 Wochen ruhen, so dass eine Trennung von Cannabinoiden und Terpenen stattfinden kann. Innerhalb dieser Zeit bilden sich langsam Cannabinodkristalle am Boden des Glasgefäßes. Die Feststoffe trennen sich von den Terpenen und bilden oben eine semiviskose Schicht. Wenn die Anhäufung von Kristallen ausreichend ist, ist die Zeit gekommen, um das Extrakt vollständig zu reinigen.

Nach Möglichkeit trennen wir nun die flüssige Schicht von den Kristallen und purgen beides separat. Die flüssige Terpenschicht wird etwa 60 Stunden vorsichtig „gepurged“ (ohne Vakuum), während die Kristalle etwa 72 Stunden gepurged (Wärmeplatt, Vakuumkammer + Vakuumpumpe) werden. Das Extrakt sollte beim Purgen (Enfernen der Lösungsmittelrückstände) auf nicht mehr als auf 37° C erwärmt werden um zu vermeiden, dass zu viel THCA in THC umgewandelt wird oder zu viele Terpene zerstört werden.

Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, werden die fertigen Produkte wieder zusammengebracht und in einem UV-beständigem Behälter mit Deckel vorzugsweise schwarzem Laborglas bei Raumtemperatur (über 25° C) aufbewahrt. Damit wird der Verlust von Terpenen verlangsamt. Die natürliche Trennung von Cannabinoiden und Terpenen, die in diesem Prozess stattfindet, ist nach ca. 2 Wochen deutlich sichtbar (wenn alles gut läuft), aber noch nicht vollständig. Das heißt, dass der terpenreiche halbflüssige Anteil immer noch 30- 50% Cannabinoide enthält. Mit der Zeit bilden sich dann mehr und größere Kristalle.

Achtung: es ist gut möglich, dass während das Konzentrat lagert, weiteres Gas austritt und deswegen ein höherer Druck im Glas entsteht. Aus diesem Grund muss das Glas regelmäßig geöffnet werden, um den Druck auszugleichen und um zu verhindern, dass das Glas in Tausend Scherben zerspringt. Mit der ausreichenden Menge an Geduld, Zeit und vielleicht einigen Testversuchen wirst du möglicherweise eines Tages Deine eigenen THC-Diamanten in den Händen halten und genauso verzaubert sein von diesen schimmernden wunderschönen „Edelsteinen“.

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