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Die 7 wichtigsten Länder in der medizinischen Cannabisforschung

Cannabisforschung Länder

In den letzten Jahren ist die medizinische Wirkung von Cannabis immer wichtiger geworden. Welche Länder ihre Nase dabei ganz vorne haben und welche Errungenschaften wir ihnen verdanken, erfährst Du in diesem Artikel.

Cannabis und seine medizinische Wirkung

Lange Zeit blieben die medizinischen Effekte der Cannabispflanze unbeachtet. Doch in den letzten Jahrzehnten hat sich dies geändert. Es hat sich dabei gezeigt, das in dieser Pflanze ein riesiges medizinisches Potenzial steckt. Die Liste an Krankheiten, bei denen es hilft oder zumindest Linderung bringt, ist schier endlos. Selbst für Patienten, wie z.B. Kinder, die keine psychoaktive Effekte wünschen, gibt es inzwischen Medikamente, die aus der Cannabispflanze gewonnen werden. Diese Mittel haben einen hohen CBD-Gehalt und wirken nicht psychoaktiv, haben aber trotzdem einen enormen medizinischen Nutzen. Sie können Anfälle bei Epilepsi-Patienten enorm senken, helfen bei chronischen Schmerzen, Arthritis, Krebs und Chemo-Patienten bei ihrer Übelkeit. Ebenso können THC und CBD auch bei psychischen Erkrankungen wie z.B. Depressionen oder Posttraumatischen Belastungsstörungen helfen. Wie bereits erwähnt könnte die Liste hier ewig weiter gehen, auch wenn viele Patienten trotzdem noch auf Vorurteile treffen. Die Forschung hilft dabei, dieses Bild der oft unterschätzen Heilpflanze, zum Besseren zu verändern und den Patienten so zu helfen.

Diese Entwicklung verdanken wir einigen Ländern, die es Wissenschaftlern und Medizinern möglich machten und machen, die medizinischen Effekte weiter zu erforschen. Da Cannabis in den meisten Ländern als illegale Droge angesehen wird, war dies nicht immer einfach. In vielen Ländern ist dies immer noch der Fall, doch denken auch immer mehr um und erkennen die medizinische Wirkung von Cannabis an. Auch in Deutschland wurde es inzwischen für medizinische Zwecke teilweise legalisiert. Patienten mit einem entsprechenden Rezept können so endlich legal ihre Medizin bekommen. Um Patienten die Entkriminalisierung zu ermöglichen und anderen Ländern ein besseres Bild der Pflanze aufzuzeigen, benötigt es also nachhaltige und seriöse Forschungsarbeit.

Nun aber zu den Ländern, denen Du diese Entwicklung verdankst. Diese sieben Länder haben dazu beigetragen, dass es heute vielen Menschen sehr viel besser geht. Durch sie bekommen wir immer wieder neue Erkenntnisse über diese wunderbar vielseitige Pflanze. Sie sind es, die mit einem guten Beispiel vorangehen und somit für einen Wandel sorgen.

1. Israel

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Israel ist der Pionier unter den Ländern, die sich mit der medizinischen Cannabisforschung beschäftigen. Genauer gesagt war es der Israeli Raphael Mechoulam, der die Pionierarbeit vollbrachte. Vor rund 50 Jahren war er es, ein Forscher der Hebräischen Universität von Jerusalem, der zum ersten mal den Wirkstoff THC aus dem Cannabis isolierte. Ebenso schaffte er es, in der ersten Studie zum Thema „Wirkung von CBD auf Epilepsie-Patienten“, dass erste mal Cannabidiol (CBD) synthetisch herzustellen. Auch die Entdeckung des Endocannbinoid-System unseres Nervensystems geht auf Mechoulam zurück.

Als ihm klar wurde, dass Cannabis nie in seine Einzelteile zerlegt wurde, entdeckte er seine Leidenschaft, die er nie verlor. Seine Forschungen hat er bis heute nicht eingestellt. Zur Zeit arbeitet er mit einem Team an der Erforschung von Cannabis bei der Behandlung von Asthma-Patienten. Auch daran, dass die Hanf-Industrie in Israel so blüht, ist er nicht ganz unschuldig. Für viele ist er daher ein Idol in der Forschung rund um die Heilpflanze Cannabis. Seine ersten Proben für die Forschung bekam er übrigens durch einen einfachen Anruf bei der Polizei. Der Polizeichef überließ ihm immer etwas aus der Asservatenkammer. Dass sie sich damit Strafbar machten war den beiden damals nie bewusst.

Die Regierung Israels ist ebenfalls sehr positiv eingestellt gegenüber der medizinischen Cannabisforschung. Sie startete beispielsweise ein Programm, dass es Forschern und Patienten enorm erleichterte an die Medizin zu kommen. So konnten zahlreiche Erkenntnisse gewonnen werden und Israel mit einem guten Beispiel vorangehen. Viele Länder wenden sich daher gerne an Israel, wenn es um das Thema medizinisches Cannabis geht.

2. Tschechische Republik

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Im April 2013 trat das Gesetz in Kraft, welches medizinisches Cannabis in der Tschechischen Republik legalisierte. Seitdem können Patienten dort ein Rezept vom Arzt bekommen oder mit vorheriger Registrierung auch selbst anbauen. Die Versorgung in den Apotheken ist jedoch noch nicht ideal, da die Preise sehr hoch sind und medizinisches Cannabis für viele Patienten daher nicht zugänglich ist. Für Patienten bedeutet dies oft, dass sie ihr Cannabis günstiger über illegale Wege besorgen müssen. Das „Straßen-Cannabis“ ist aber oft nicht für therapeutische Zwecke geeignet.

Für die medizinische Forschung wurde ein eigenes Institut gegründet. 2015 geschah dies durch das tschechische Gesundheitsministerium, mit Unterstützung von amerikanischen Organisationen. Das International Cannabis and Cannabinoids Institute (kurz ICCI) in Prag ist seitdem ein ideales Forschungszentrum für medizinisches Cannabis. In Zusammenarbeit mit vielen anderen Universitäten und Unternehmen, möchten sie die Forschung weiter vorantreiben und neue Erkenntnisse gewinnen.

3. Kanada

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Im Oktober 2018 hatten die Cannabis-Liebhaber in Kanada einiges zu feiern, denn Cannabis wurde von der Regierung zum Genuss freigegeben. Doch auch früher schon war man in Kanada der medizinischen Wirkung von Cannabis nicht abgeneigt gegenübergestanden. Schon in den 90ern wurde an Gesetzen gearbeitet, die den Umgang für Patienten regeln sollten. Vor einigen Jahren wurde dies überarbeitet um auch den Anbau für Patienten zu ermöglichen. Nun hat die Regierung es nicht nur komplett legalisiert, sondern auch in 14 verschiedene Forschungsprojekte zum Thema medizinisches Cannabis investiert. Durch diese Unterstützung von Seiten der Regierung, konnten einige Hersteller zu wahren Giganten heranwachsen.

Das medizinische Cannabis löste dort einen regelrechten Goldrausch aus, wodurch immer mehr Arten von Medikamenten entwickelt wurden. So entstanden Pillen, Inhalatoren, Salben und ähnliches um den Patienten die Einnahme in möglichst vielen Varianten anbieten zu können. Der Vorstandschef der kanadischen Biopharmaziefirma „Canopy Health“ Marc Wayne sagte dazu folgendes: „ Es werden viele Unternehmen wie Canopy Health gegründet und sie werden im Grunde genommen medizinisches Cannabis 2.0 entwickeln.“ Sein Unternehmen ist eines der bereits erfolgreichen Unternehmen, die sich mit der Entwicklung von Medikamenten auf Cannabisbasis beschäftigen.

In 2018 sollen auch unter der Leitung von Tilray klinische Studien zu Cannabis und seinen Auswirkungen auf Symptome der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (kurz COPD) durchgeführt werden. Hierbei wird auch erforscht ob sich verdampftes Cannabis eignet, um den Patienten Linderung zu bringen. „Sollten wir zu dem Ergebnis kommen, dass verdampftes Cannabis sicher, gut, verträglich und wirksam ist, können wir weiter forschen, um COPD-Patienten und Menschen mit anderen Krankheiten dabei zu helfen, ihre Symptome effektiv zu lindern.“ So die Leiterin der klinischen Forschungen bei Tilray, Dr. Catherine Jacobson.

Das Land bereitet sich darauf vor, die weltweit größte Fallstudie zu den Vorteilen und Risiken von Marihuana zu werden. Das kanadische Zentrum für Substanzgebrauch und -sucht hat seine nationale Forschungsagenda zu den gesundheitlichen Auswirkungen der nichtmedizinischen Verwendung festgelegt. Auf ihrer Website heißt es: „Der Bericht ist eine gemeinschaftliche Anstrengung des CCSA und beinahe 50 Experten und Interessengruppen aus Gesundheitswesen, Strafverfolgung, Prävention, akademische und nichtstaatliche Organisationen sowie bundesstaatliche und provinzielle Maßnahmen vertreten.“ Dazu gehören das kanadischen Institute of Health Research, die Canadian Academy of Health Sciences, Health Canada, Public Safety Canada und das US-amerikanischen National Institute on Drug Abuse.

Einige der Projekte werden die Effekte auf verschiedene Gruppen wie Schwangere und Jugendliche untersuchen, andere Projekte befassen sich mit den Veränderungen durch die Legalisierung. Diese Studien werden u.a. in Krankenhäusern und Universitäten im ganzen Land durchgeführt. Jede Stelle erhält einen Zuschuss von 100.000 US-Dollar vom Canadian Institute of Health Research

4. Spanien

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Obwohl in Spanien derzeit medizinisches Cannabis, welches THC enthält, nicht legalisiert ist, sind schon viele Initiativen zur Marihuana-Forschung aus dem Land gekommen.

1998 entdeckten Forscher an der Complutense-Universität in Madrid, dass THC den programmierten Zelltod in Gehirntumorzellen beeinflussen kann, ohne die umliegenden Zellen negativ zu beeinträchtigen. Im Jahr 2000 testete dasselbe Team Ratten und injizierte diesen synthetisches THC, um Gehirntumore zu behandeln. Dies funktionierte bei einem Drittel der Ratten und konnte ihr Leben um 6 Wochen verlängern.

Im Jahr 2002 gab das spanische Team, geleitet von Dr. Manuel Guzman, bekannt, dass sie unheilbare Gehirntumore bei Ratten durch Injektion von THC zerstören konnten. Vor kurzem gründete der Pharmakologe José-Carlos Bouso zusammen mit anderen Spitzenwissenschaftlern und Forschern das spanische Observatorium für medizinischen Cannabis (OECM). Die Organisation besteht aus einigen der besten Cannabis-Wissenschaftler. Zu diesem wissenschaftlichen Team gehört der weltbekannte Marihuana-Wissenschaftler Raphael Mechoulam, der THC und CBD entdeckte. sowie Dr. Franjo Grotenhermen.

Das Observatorium soll die Arbeiten seiner Mitglieder fördern und unterstützt auch die laufenden Forschungsarbeiten anderer spanischer Gesundheitsfachleute, die sich mit medizinischem Cannabis beschäftigen.

5. Niederlande

Die Niederlande sind bekannt dafür eine Oase für Cannabisprodukte zu sein. In Amsterdam gibt es Straßen, an denen sich die berühmten Coffeeshops aneinander reihen. Durch die liberale Einstellung der Regierung zu Cannabis, hatte die Forschung hier also auch ein leichtes Spiel. Seit 2003 haben Patienten daher die Möglichkeit medizinisches Cannabis unter bestimmten Umständen in der Apotheke zu erhalten.

Die Niederlande sind neben Kanada und Israel nur eines der drei Länder der Welt mit einem national geförderten Programm für medizinisches Marihuana. Die Produktion von Cannabis für medizinische Zwecke und die Forschung, kontrolliert das „Bureau voor Medicinale Cannabis“, dass dem Gesundheitsministerium untersteht. Unter bestimmten Umständen wird von ihnen eine Erlaubnis für die Forschung an Cannabis ausgestellt.

Bei der größten Firma in Sachen medizinisches Cannabis handelt es sich um Bedrocan. Sie halten zur Zeit das Monopol und führen immer wieder Studien zu dem Thema Cannabis und seine medizinische Wirkung durch. Zudem kooperieren sie mit vielen anderen Forschungszentren auf der ganzen Welt. Beispielsweise wird zur Zeit die Auswirkung der Vaporisierung und anschließender Inhalation von Cannabis auf Fibromyalgie-Symptome untersucht.

6. Uruguay

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Als erstes Land legalisierte Uruguay nicht nur den Konsum, sondern auch die Herstellung und den Verkauf von Cannabis. Zudem erlauben sie den Export von medizinischem Cannabis. Durch diesen Umstand könnte sich auch Uruguay schnell zu einem wichtigen Land in Sachen Forschung aufschwingen. Präsident Tabaré Vázques kündigte selbst die Eröffnung einer großen privaten Forschungs- und Produktionsstätte für medizinisches Cannabis an. Allerdings gibt es Beschwerden von Seiten der Forscher, da nach ihrer Meinung trotz der günstigen Gesetze, zu wenig Geld in die Forschung investiert wird. Durch die Gesetzgebung wäre es jedoch nicht verwunderlich, wenn durch größere Exporte von medizinischem Cannabis, auch mehr Geld für die Forschung kommen wird. Der Markt für medizinische Cannabisprodukte steigt jedenfalls immer weiter an und durch die Gesetze ist Uruguay in der Lage zu einem großen Exportland von Cannabis heranzuwachsen und gleichzeitig ein ideales Milieue für die Cannabisforschung darzustellen. Uruguay fordert Forscher dazu auf, zur Cannabisforschung in ihr Land zu kommen. Obwohl es hier noch viel zu tun gibt, wenn es um die Cannabis-Forschung geht, gehört es zu einem wichtigen Land in diesem Bereich.

Uruguays Staatsoberhäupter haben bekannt gegeben, dass sie das Land für die Erforschung von medizinischem Marihuana öffnen wollen.

7. USA

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Auch die USA sind auf einem gutem Weg, medizinisches Cannabis ist bislang in 33 Bundesstaaten legalisiert worden. 14 andere Staaten haben restriktivere Gesetze, die den THC-Gehalt einschränken und vor allem den Zugang zu CBD-haltigen Produkten in den Vordergrund stellen. In Bezug auf medizinische Cannabisgesetze gibt es deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesstaaten, was die Art und Weise, in der es hergestellt und vertrieben wird, wie es konsumiert werden kann und unter welchen medizinischen Bedingungen es angewendet werden kann, betrifft. Die Cannabisforschung hat zum Teil mit großen bürokratischen Hürden und immer noch Vorurteilen zu kämpfen. Dies macht es besonders kleiner angelegten Studien schwierig bis unmöglich eine Genehmigung für die Cannabisforschung zu erhalten. Nichts desto trotz gibt es unzählige wissenschaftliche Studien zum Thema medizinisches Cannabis. So zeigte sich zum Beispiel, dass die abgegebene Opioid-Menge abgenommen hat. Patienten die von den medizinischen Effekten des Cannabis profitierten, brauchten also sichtlich weniger starke Schmerzmittel.

Wie Du siehst gibt es immer mehr Länder die sich mit der Erforschung von medizinischem Cannabis beschäftigen. Bei einigen steckt die Forschung noch in den Kinderschuhen, doch immer mehr Regierungen erkennen das enorme Potenzial und die medizinische Wirkung von Cannabis an. Es wird auch Zeit, dass diese Pflanze den Platz in der Medizin bekommt, der ihr zusteht. Sicherlich werden wir in den nächsten Jahren noch einige neue Erkenntnisse von diesen Ländern erwarten können. Neben THC und CBD gibt es immerhin noch um die tausend andere Wirkstoffe, die in der Cannabispflanze schlummern und noch nicht erforscht wurden.

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