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Outdoor-Grow – So gelingts: Bodenbeschaffenheit, pH-Wert und richtig Düngen

Outdoor-Grow-Tipps, Cannabis im Freien

Die richtige Vorbereitung des Bodens beim Outdoor-Grow kann später einen großen Unterschied machen, was die Menge und Qualität der Ernte betrifft. Cannabispflanzen haben spezielle Anforderungen in Bezug auf Qualität und Beschaffenheit des Boden. Hier bekommt ihr eine kleine Anleitung um sicherzustellen, dass alle Parameter beim Anbau draußen optimal sind.

Geologische Grundanforderungen für den Cannabisanbau im Freien

Cannabis entwickelt sich am besten in einem lehmigen Boden, der leicht entwässert und gleichzeitig eine gewisse Menge an Feuchtigkeit speichern kann. Lehmböden sind eine Mischung aus Sand, Schluff, und Ton in einem ungefähren Verhältnis von 40 : 40 :20. In sehr sandigen Böden läuft Wasser sehr schnell ab, wohingegen es in Böden mit einem hohen Tonanteil leichter zu Staunässe kommt, weil das Wasser nicht oder nur schwer die sehr kleinen und dichten Partikel durchdringen kann.

Wenn man sich beim Outdoor-Grow dafür entscheident, die Cannabispflanzen direkt in den Boden zu setzen und nicht in Pflanzgefäße, besteht die Möglichkeit dem bestehenden Boden Sand, Schluff oder Ton hinzuzufügen, um die Entwässerung oder Fähigkeit des Bodens Feuchtigkeit zu speichern zu verbessern. Die Drainage und Bodenstabilität kann zusätzlich durch die Zugabe von Kies, Perliten oder Vermiculit optimiert werden. Größere Steine und Wurzeln benachbarter Pflanzen sollten dagegen aus dem Boden, in dem die Pflanzen gesetzt werden, entfernt werden, so dass sie die Wurzeln der Cannabispflanzen nicht stören.

Wenn der Boden nur schlecht und mager ist und sich wegen seiner Struktur nicht eignet, sollte der Kauf von speziellen Cannabis-Substraten überlegt werden. Der vorhandenen Erde können und sollten zusätzliche Bodenhilfsstoffe hinzugefügt werden. Diese Bodenhilfstoffe sind z.B. Mist (von Pferd, Schaf, Kuh, Wurmmist…) Blutmehl, Knochenmehl oder andere Zusatzstoffe wie Baumwollsamen, Gesteinsmehl, Brennesseljauche und …..

Die drei wichtigen Grundnährstoffe für Cannabis sind Stickstoff (N), Kalium (P) und Phosphor (K). Für den Anbau im Freien empfiehlt sich ebenso die Verwendung einer hochwertigen, selbst hergestellten und rein organischen Erdmischung. Ein Rezept dafür findet ihr hier. Die Herstellung und der Prozess nehmen allerdings eine gewisse Zeit in Anspruch und man muss zunächst einige Erfahrung damit sammeln bevor es wirklich gelingt die Pflanzen gut und ausgewogen damit zu ernähren.

Cannabispflanzen, die direkt in den Boden gepflanzt werden können 500 – 1000g an Erträgen erzielen. Zwischen den einzelnen Pflanzen sollten 2 m Abstand liegen, so dass sie sich nicht gegenseitig behindern und Licht wegnehmen können.

Zur Tarnung, zum Schutz sowie für ein wertvolles Bodenklima können andere Pflanzenarten in die Nähe gepflanzt werden: z.B. Tomaten (gute Tarnpflanze), Brombeere (gut für die Abwehr), Brennessel (Bodenklima). aber nicht zu nahe, so dass es zu keiner Behinderung kommt.

Outdoorpflanzen düngen

Neben der Herstellung einer organischen Erdmischung mit ausreichenden Nährstoffen und anderen natürlichen Zusätzen und Bodenhilfsstoffen gibt es die Möglichkeit, die Outdoor-Ladys genauso wie Indoor-Pflanzen mit Flüssigdüngern (entweder biologisch oder mineralisch) zu düngen und so mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen und anderen wichtigen Stoffen zu versorgen. Dies empfiehlt sich dann, wenn der Boden, indem die Pflanzen stehen, nur mager ist und kein ausreichendes mikororganisches Bodenklima vorliegt.

organische Erdmischung, Erde selber mischen, Cannabis Outdoor anbauen

Im Freien werden während der Wuchsphase am besten hochwertige Düngemittel wie Bio Weed, Compost-Teas, Voodoo Juice, B-52 verwendet. Dabei sollten immer das Düngeschema des jeweiligen Herstellers eingehalten werden (lieber etwas weniger verwendet werden). Wenn der Boden, in dem die Pflanzen stehen, von Natur aus recht reichhaltig (an Nährstoffen) ist, sollte die Menge der verwendeten Düngemittel um 30-60% reduziert werden (unter den Herstellerangaben).

In der Blütephase kommen dann beispielsweise Bio Weed (GHE), Revive (Advanced Nutrients), Rhino Skin (Advanced Nutritients), Root Excelurator, Voodoo Juice, Big Bud, Bud Candy, Nirvana, compost tea usw. zum Einsatz. In einem mageren Boden sollte die volle Dosierung so wie sie der Hersteller angibt, verwendet werden. Diese Komponenten schützen die Wurzeln und steigern die Wurzelmasse. Nützliche Bakterien dieser Zusätze erhöhen die Resistenz gegen Schädlinge, Austrocknung, Stress und Krankheiten und sichern stabile THC-Werte.

hilfreiche Zusätz für den biologischen und organischen Anbau im Freien:

Der pH-Wert beim Outdoor-Grow

Cannabis bevorzugt Böden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 – 6,5 (leicht sauer). Wenn die Erde zu sauer oder zu alkalisch ist, können Mängel oder Toxizität bei den Pflanzen entstehen. Nährstoffe können dann nicht ausreichend oder nur schädlich für die Pflanzen aufgenommen werden. Wenn wiederum nicht die optimiale Menge an Nährstoffen von den Cannabispflanzen aufgenommen wird, wird auch nicht die höchste Qualität und und Leistung bei den Erträgen erreicht.

Wenn der pH-Wert des Bodens zu hoch ist, kann man dem Boden eine saure Verbindung hinzufügen, um den pH-Wert auf das gewünschte Maß zu verringern. Dazu kann Schefel verwendet werden, der sich mit Hilfe von speziellen Bakterien im Boden zu Schwefelsäure umwandelt. Ist der pH-Wert des Bodens zu niedrig (also zu sauer), wird am häufigsten landwirtschaftlicher Kalk (Kalziumkarbonat) zugefügt.

Um den ph-Wert des Bodens zu bestimmen gibt es spezielle Test-Sets.

pH-Bodentest, pH-Wert im Boden bestimmen

Sterilisation des Bodens und biologische Schädlingsbekämpfung

Der Boden kann „gereinigt“ werden durch die Einwirkung von heißem Dampf. Dabei können viele Balterien, Pilze sowie schädliche Insekten entfernt werden, während noch mehrere nützliche Bakterien überleben. Gekaufte und spezielle Cannabis-Erde von guter Qualität muss vorher nicht sterilisiert oder gereinigt werden. Wird der natürlich vorhanden Boden genutzt, kann die Bearbeitung des Bodens mit Dampf sehr sinnvoll sein und außerdem ungewollte Unkräuter entfernen. Bei größeren Flächen oder Zeitmangel ist die Bearbeitung mit Dampf jedoch sehr aufwendig bis unmöglich.

Es gibt außerdem noch andere Methoden um Schädlinge zu bekämpfen z.B. der Einsatz von Nützlingen, Mikroben, pflanzlichen Insektiziden wie Neeem-Öl oder bestimmte organische Verbindungen, die Schädlinge abwehren. In Californien wird teilweise mit Hilfe der sogenannten Solarisation gearbeitet, wobei mit speziellen Matten die Bodentemperatur durch das Sonnenlicht erhöht wird. Der feuchte Boden wird dabei in kleine feine Stücke zerkleinert und dann mit einer dünnen transparenten Folie bedeckt, die die Hitze und das Sonnenlicht verstärkt. Bei diesem Verfahren wird der Boden für 4-6 Wochen auf eine Temperatur um die 46° C gebracht, so kann sich die volle Wirkung entfalten. Die Temperatur und deren Stabilität wird regelmäßig überprüft.

Solarisation, Outdoor-Grow, Cannabisanbau, natürliche Schädlingsbekämpfung

„Solarisation“ im kleinen, eine biologische und wirkungsvolle Methode um Schädlingsbefall zu vermeiden

Diese Verfahren erscheint wirkungsvoll und vor allem frei von toxischen Zusätzen, allerdings in vielen Regionen der Erde nicht so einfach durchführbar, weil nicht überall die Sonnenstunden und die Temperaturentwicklung anhaltend und stark genug sind.

Biologische Insektizide wie Neem, Chrysantheme oder Propolis sollten vorzeitig und präventiv eingesetzt werden, um das Auftreten von Spinnmilben, Weißer Fliege und Blattläusen sowie die verschiedenen Arten von Schimmel zu verhindern. Die Behandlung erfolgt alle 15 Tage. Ende Juli kommt dann die Behandlung mit Bacillus Thuringiensi, um die Entwicklung von gefährlichen Raupen zu verhindern. In der 2. Blütewoche ist Porpolis sehr hilfreich um Mehltau zu vermeiden. Die Behandlung mit Propolis wird bis 2 Wochen vor der Ernte fortgesetzt.

Planung ist der halbe Outdoor-Grow: Schritt-für-Schritt (organischer) Outdoor-Grow

Beim Freilandanbau sollte man sich zunächst überlegen, wie groß die gewünschte Cannabis-Sorte, die man anbauen möchte, werden wird. Die größten Cannabispflanzen wachsen ab Mitte / Ende März und werden 2,5 – 3,5 m hoch. Wenn du nicht willst, dass die Pflanzen eine so enorme Größe erreichen, setze sie erst später von Mai bis Juni nach draußen.

Die Samen werden genauso wie beim Indoor-Grow gekeimt und dann in kleine Töpfe (0,25 L) gepflanzt. Anschließend vorsichtig durch Besprühen und Bewässern die Erde feucht, aber nicht nass halten. Der pH-Wert des Gießwassers (6-6,5) für die kleinen sollte kontrolliert und evtl. angepasst werden. Bis die ersten Pflänzchen zu sehen sind und aus der Erde kommen können bis zu 10 Tage vergehen. Wenn es warm genug und sonnig ist können die Keimlinge in ihrem Topf gleich in die Sonne gestellt werden. Dabei darauf achten, dass die Erde nie austrocknet. In dieser Phase sind die Keimlinge sehr empfindlich. Ist es draußen noch zu kalt, werden sie drinnen unter künstliches Licht z.B. Neonröhren oder Energiesparlampen gestellt bis die kleinen Pflanzen danach ins Freie können.

Outdoor-Grow, Pflanzen vorziehen

Die Keimlinge und jungen Pflanzen sollen von Anfang an maximales (Sonnen-)Licht erhalten. Wenn Pflanzen zu Beginn bereits zu wenig Licht bekommen, entwickeln sie sich nur schwächlich und haben später weniger Ertrag.

Nach 3 Wochen haben sich normalerweise 3 Blattpaare entwickelt und die Pflanzen sind etwa 20 cm hoch. Wenn die Wurzelstruktur im Topf gut entwickelt und ausgebreitet ist, können die Pflanzen jetzt in 11 L Töpfe in gute Erde umgetopft werden.

>> gute Erde = z.B. 80% Light-Mix, 20% Wurmhumus, 500g Guano/100 L Erde, 250g Nutrihemp pro 100 L erde

In den ersten 2 Wochen nach dem Umtopfen werden die Pflanzen nur mit Wasser gegossen, der pH-Wert wird dabei korrigiert, falls notwendig. In der 4. – 6. Woche werde die Cannabispflanzen nach draußen gesetzt. Wenn die Pflanzen direkt in den Boden gepflanzt werden sollen, wird ein tiefes Loch ausgehoben (mind. 50 cm tief) und mit einer Erdmischung aus Light-Mix (magere Erde), 20 L Wurmhumus, einer Tüte Nutrihemp und einem halben Kilo Fledermaus-Guano und Perliten gefüllt. Dort hinein kommen jetzt die Pflanzen. Sie werden in der nächsten Zeit nur mit Wasser (pH-Wert korrigiert) gegossen. Der Boden sollte immer feucht gehalten werden.

Von Mitte Juli an ist der Beginn der Blüte (je nach Sorte auch später). Es ist an der Zeit einen neuen Beitrag an Nährstoffen für den Boden zu geben. Rund um die Pflanzen wird am Boden ein Gemisch aus 20 L Regenwurmhumus, 250g Nutrihemp und ein halbes Kilo Feledermaus-Guano verteilt. Alle Zusätze werden zuvor gut vermischt und dann vorsichtig in den Boden untergehoben.

Der pH-Wert des Gießwassers sollte bei 6 liegen bis zum Ende der Blüte. Wenn die Blüte Ende Juli / Anfang August beginnt (bei reinen Sativas auch später), sollten alle alten Blätter, schwächlichen untersten Zweigchen abgeschnitten werden und evtl. falls möglich ein Dach mit einer transparenten Abdeckung gut fixiert und installiert werden um die Pflanzen mit ihren immer größer werdenden Blüten vor starkem Wind und Regen zu schützen.

Wenn die meisten Trichome milchig geworden sind und einige bernsteinfarben, ist die Zeit der Ernte da. Ein großes Gefühl der Freude kommt auf, alleine beim Gedanken daran. Outdoor-Pflanzen können schneller und früher braune Härchen bekommen, deswegen sind die Härchen bei Outdoorpflanzen nur bedingt ein Anzeichen für die Reife. Besser man schaut die Trichome mit einem Mikroskop an.

Verschiedene Anbaumöglichkeiten: direkt im Boden oder im Pflanzgefäß?

Beim Anbau im Freien stehen einem mehrere Möglichkeiten zur Vefügung: der Anbau im Töpfen/Pflanzgefäßen, der Anbau in Kulturtaschen und Root-Pouches oder man gräbt tiefe Löcher in den Boden und pflanzt die Cannabispflanzen direkt in die Erde. Beim Anbau in Töpfen und Pflanzgefäßen hat man den Vorteil, dass man einfach spezielle gekaufte Cannabiserde benutzen kann, die den idealen pH-Wert hat und frei von Schädlingen und Krankheitserregern ist. Der Nachteil dabei ist, dass der Pflanze im Topf nur ein begrenzter Raum für die Wurzeln zur Vefügung steht. Pflanzen in Töpfen müssen öfter gegossen werden, die Wasser-Speicherkapazitäten des Bodens ist hier viel geringer.

Cannabis am Balkon, Cannabis Outdoor-Grow

Pflanzen, die sich mit Hilfe eines tiefen Pflanzlochs selbst Zugang zum Grundwasser schaffen können, erreichen oft nicht nur enorme Größe, sondern brauchen auch weniger Aufsicht und Pflege. Allerdings ist dabei auch das Risiko einer Ausbreitung von Kranheitserregern im Boden größer und es besteht möglicherweise Gefahr, dass es durch landwirtschaftliche Abwässer zu einer Verschmutzung kommt.

Qualitativ hochwertige Cannabis-Samen und geeignete Genetik

Für den Anbau im Freien können sowohl reguläre Samen als auch feminisierte oder automatic Seeds verwendet werden. Am besten sollte man allerdings das Geschlecht der Pflanze kennen bevor sie nach draußen gepflanzt wird. In Nordeuropa eigenen sich besonders Sorten, die eine kurze Blütezeit haben. Eine vorzeitige Ernte führt auch bei Outdoor-Pflanzen zu einem erheblichen Verlust, was Qualität und Quantität betrifft.

>> Topfgröße für den Outdooranbau: 11 L – 2600 L oder mehr, je nach Sorte und vorhandenem Platz.

So ich höre jetzt mal auf zu texten und wünsch euch allen einen erfolgreichen Outdoor-Grow 🙂

Bis zum nächsten Mal euer Juan

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