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medical Marijuana & Multiple Sklerose

MS-Cannabis, multiple Sklerose und medizinisches Cannabis, Forschung

Schätzungsweise sind mehr als 2,3 Millionen Menschen weltweit von Mupltiple Sklerose betroffen. Dies ist eine Autoimmunerkrankung, die das zentrale Nervensystem betrifft. Die Krankheit verursacht vor allem eine Schädigung der Schutzhüllen von Nervenfasern im Gehirn und Rückenmark. Es ist bislang nicht möglich MS zu heilen, aber die Behandlung mit medical Marijuana konzentriert sich auf eine Linderung der Symptome und damit Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen. Die Erkrankung kann sich bei Betroffenen unterschiedlich zeigen und auswirken.

Medical Marijuana wird schon seit einiger Zeit in verschiedenen Ländern bei der Behandlung der Symptome von Multipler Sklerose (MS) eingesetzt. Das Medikament Sativex von der Firma GW Pharmaceuticals, welches ein 1:1 Verhältnis von Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) enthält, wird in vielen europäischen Ländern bei MS genutzt. Die Therapie mit Cannabinoiden gehörte bei MS ursprünglich nicht zu den klassischen Behandlungsformen, wird aber immer öfter angewandt.

Erst im Feburar 2014 hat ein Forscherteam aus Deutschland am Neurologischen Rehabilitationszentrum Quellenhof eine Studie in der Fachzeitschrift European Neurology veröffentlicht, die sich mit der Wirksamkeit von Sativex bzw. THC und CBD bei der Behandlung von MS auseinandersetzt. Die Forscher gehen davon aus, dass Cannabis/bestimmte Cannabinoide in der Lage sind, die Spastiken bei an MS erkrankten Menschen zu verhindern.

In der Studie kam es bereits nach einem Monat mit der Cannabinoid-Behandlung bei 76,6% der 276 Patienten zu einer signifikanten Verbesserung. Damit hat das deutsche Forscherteam die Wirksamkeit der Cannabinoid-Behandlung bei MS als eigenständige Therpie verdeutlicht.

Dr. Flaschenecker leitete diese Beobachtungsstudie bei MS-Patienten, die in einem Zeitraum von 3-4 Monaten mit Sativex behandelt wurden. Nach seinen Ergebnissen, konnte bei 76,6% der Patienten bereits nach einem Monat eine Verbesserung beobachtet werden. Bei 55,3% der untersuchten Patienten wurde die Behandlung mit Sativex über einen Zeitraum von drei Monaten durchgeführt mit einem 25% Rückgang der Spasmen. Dr. Peter Flaschenecker fasst die Ergebnisse folgendermassen zusammen: „Anhand der Daten kann bestätigt werden, dass Sativex in der klinischen Praxis eine wirksame und gut verträgliche Behandlungsoption für die Spastiken bei Multiple Sklerose (MS) darstellt.“

17% der mit Sativex behandelten Personen berichteten von Nebenwirkungen während des Experiments (Schwindel, Übelkeit). Es stellt sich an der Stelle die Frage, inwieweit das gesamte Cannabis bei der Behandlung von MS noch erfolgversprechender wäre, wenn weitere Cannabinoide und wirksame Stoffe des Marijuana wie das Nervenzellen schützende Cannabinoid CBC hinzukommen und wirken können.

Nabiximols (THC/CBD Oromucosal Spray, Sativex®) in Clinical Practice – Results of a Multicenter, Non-Interventional Study (MOVE 2) in Patients with Multiple Sclerosis Spasticity. Neurological Rehabilitation Center Quellenhof, Bad Wildbad, Deutschland

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam eine aktuelle britische Studie mit 146 MS-Patienten: Die Studie war so ausgelegt, dass MS-Patienten mit Spastiksymptomen unterschiedlicher Ausprägung ein knappes Jahr lang jeden Tag durchschnittlich 7 Sprühstöße (à 100 Mikroliter) des Medikaments Sativex® als Spray über die Mundhöhle einnahmen. Die Teilnehmer der Studie wurden über die gesamte Zeit in regelmäßigen Abständen befragt und untersucht.
Viele der Teilnehmer schliefen durch die Behandlung wieder besser. Zu nennen ist allerdings, dass 52 Patienten, also 36%, die Untersuchung u.a. wegen Nebenwirkungen oder Nichtanschlagens des Medikaments früher abbrachen.

Das Ergebnis zeigt, dass 98% der Patienten, die bis zum Ende der Studie dabeiblieben, einen deutlichen Nutzen in Punkto Reduktion der Spastik feststellen konnten. Auch berichteten viele von positiven Begleiterscheinungen wie z.B. verbesserten Schlaf.

Als unerwünschte Nebenwirkungen wurden vor allem Schwindel und Fatigue (Erschöpfung) genannt. Diese wurden jedoch als eher leicht beschrieben. Der größere Teil der Probanden hatte durch das Spray eine deutliche Verbesserung hinsichtlich der Spastik erzielen können und sogar andere MS-Symptome wurden vermindert. Die Studie kam zusätzlich zu dem Ergebnis, dass es selbst bei plötzlichem Abbruch der Therapie zu keinerlei Entzugserscheinungen kommt und sich dementsprechend keine Toleranz- oder Abhängigkeitsentwicklung bei der Einnahme in Form des Sprays ergibt.

Es läßt sich vermuten, dass das Nabiximols-haltige Medikament Sativex® in vielen Fällen deutliche Linderung bei MS-bedingter Spastik bewirken kann und das auch längerfristig und ohne Risiko einer Toleranzentwicklung.

Sativex long-term use: an open-label trial in patients with spasticity due to multiple sclerosis. Journal of Neurology. 2013 Jan 01

Zahlreiche MS-Patienten haben Schwierigkeiten das Medikament Sativex zu erhalten oder können sich die massiven Kosten dafür nicht leisten. Daher greifen viele Betroffene zur Selbstmedikation und erzielen eine Verbesserung ihrer Symptome , indem sie sich CBD-haltige Tinkturen selbst herstellen, was mit CBD-reichen Cannabis-Sorten verwirklicht werden kann. Diese selbst erzeugten Tinkturen enthalten dann gleichzeitig einen gewissen THC-Anteil, was auch von Vorteil ist, da sich CBD und THC in ihren medizinischen Effekten hinsichtlich der Behandlung von MS synergetisch verstärken (siehe dazu das Cannabinoid CBD und Cannabinoid THC). Es empfiehlt sich immer einen Arzt des Vertrauens der sich mit der Behandlung mit Cannabis auskennt hinzuzuziehen.

Cannabis Strains, die zur Linderung der Symptome bei Multipler Sklerose eingesetzt werden:

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