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Epilepsie und Cannabis

Epilepsie-und-Cannabis, Marijuana bei Epilepsie anwenden

Schon die Chinesen nutzten Cannabinoide zur Behandlung von Krankheiten, seit dem Mittelalter ist Cannabis auch als Mittel bei Epilepsie im Einsatz. Und auch in der heutigen Zeit therapieren sich Betroffene oftmals mit grossem Erfolg selbst, bzw, erhalten in Staaten, in denen medizinisches Marijuana zugelassen ist dies von ihrem Arzt verordnet. Trotzdem steckt die Forschung noch in den Kinderschuhen und es gibt bis heute keine Doppelblindstudie mit einer grossen Patientenzahl zur Behandlung von Epilepsie mit Cannabis oder Cannabinoiden.

Es gibt jedoch eine kleine Zahl von Untersuchungen, die die Wirksamkeit beweisen. So haben epidemiologische Studien gezeigt, dass die Einnahme von Cannabinoiden das Risiko mindert, dass epileptische Anfälle auftreten.

Eine, mit einer nur kleinen Teilnehmerzahl durchführte, randomisierte Doppelblindstudie zeigte 1980 eine gute antikonvulsive Wirkung von Cannabis. Außerdem wurde schon mehrfach in Tiermodellen eine akute antiepileptische Wirkung nachgewiesen.

Cannabinoide wirken laut der Universitätsklinikum Freiburg darüber hinaus neuroprotektiv gegenüber verschiedenen Noxen und es ist wahrscheinlich, dass auch das Gehirn vor der exzessiven Freisetzung von Glutatmat im Rahmen epileptischer Anfälle geschützt wird.

Nachdem in letzter Zeit immer häufiger in den Medien über erfolgreiche Therapien mit Cannabis auch bei Kindern berichtet wird, widmete sich ine Reihe von Fachartikeln, die kürzlich in „Epilepsia“ veröffentlicht wurden, der Verwendung von Cannabis bei der Behandlung schwerer Formen der Epilepsie.

Der erste Artikel beschreibt die Fallstudie einer Mutter, die ihr Kind, das am Dravet-Syndrom leidet (eine schwere Form der Epilepsie), mit Cannabis behandelt. Die Anzahl der epileptischen Anfälle verringerte sich dadurch von etwa 50 Anfällen pro Tag auf 2-3 Anfälle im Monat. Dabei wurde Marijuana der Sorte „Charlotte’s Web“ verwendet. Dieser Strain wurde in den USA speziell für Anfallspatienten gezüchtet und enthält sehr viel CBD (Cannabidiol) und nur wenig THC (Tetrahydrocannabinol). Die Familie des erkrankten Mädchens lebt in Colorado, einem US-Bundesstaat, der Cannabis legalisiert hat.
In einem Kommentar zu diesem Artikel fordert Prof. Orrin Devinsky, Direktor des Epilepsie-Zentrums der University of New York, die bessere Erforschung von medizinischem Cannabis und die Freigabe bis weitere Erkenntnisse vorliegen, da therapieresistenten Patienten keinerlei Therapieformen vorenthalten werden sollten. So würde er gerne in seiner Eigenschaft als Arzt Marijuana und Einzelkomponenten vielen seiner Patienten verschreiben, bei denen vorhandene Therapien scheiterten, falls es in seinem Staat legal wäre. „Der Versuch der Therapie mit Marijuana oder verwandter Wirkstoffe sollte wie jede andere experimentelle Behandlungsform durchgeführt werden – eine gemeinsame Entscheidung zwischen Patienten/Eltern und Arzt, in Abwägung der Schwere der Erkrankung, Risiken und Nutzen der Behandlung und der Existenz vorhandener alternativer Behandlungsmethoden, alles unter der Prämisse „nicht zu schaden“. Bis wir Forschungsdaten haben, sollten wir medizinisches Marijuana Ärzten zur Verfügung stellen, die Menschen mit einer resistenten Epilepsie behandeln.“
Weitere neuere Studien, die sich auf Patientenbefragungen berufen, fanden heraus, dass Cannabis mit hohem CBD- und THC-Gehalt effektiv zur Kontrolle der Anfälle eingesetzt werden kann. So erklärt auch Dr. Maria Roberta Cilio, Leiterin der Forschungsabteilung für Kinder-Epilepsie am Universtätsklinikum UCSF Benioff in San Francisco, in ihrem Artikel, dass es „einen dringenden Bedarf an neuen Therapien“ gebe, „gerade für in der Kindheit einsetzende, therapieresistente Epilepsie-Formen, die die Lebensqualität beeinträchtigen und zu Lern- und Verhaltensstörungen beitragen. Eine konsequente Untersuchung der Sicherheit und Wirksamkeit von medizinischem Cannabis und Einzelkomponenten wie CBD sind für Patienten mit Epilepsie notwendig.“

Nachdem immer mehr erfolgreiche Behandlungen therapieresistenter Epilepsieformen in Staaten in denen es erlaubt ist dokumentiert werden, fordern mittlerweile viele führende Wissenschaftler und Ärzte die Freigabe von Cannabis für Betroffene. Weitergehende Untersuchungen sind notwendig, um genau herauszufinden, welche Bestandteile wirksam sind und welche in welcher Konzentration eine Verabreichung am effektivsten ist. Derzeit werden v.a. Cannabissorten und Konzentrate verwendet, die viel CBD enthalten. Wie hoch der THC-Gehalt sein sollte, scheint von Betroffenen unterschiedlich wahrgenommen zu werden.

Strains, die derzeit bei der Behandlung von Epilepsie zum Einsatz kommen:

MediX3MediX (Cannamed)

  • 15% THC
  • 15% CBD
  • schmerzstillend, entspannend, antispasmatisch
  • belebend, stimmungsaufhellend
  • 8-9 Wochen Blütezeit
  • 550g/m²

ComPassion (Dutch Passion)ComPassion (Dutch Passion)

  • 6% THC
  • 6% CBD
  • schmerzstillend und entzündungshemmend
  • keine psychedelischen Effekte
  • speziell für den Konsum tagsüber
  • 8-9 Wochen Blüte
  • 450 g/m²

Critical Mass CBD, DinafemCritical Mass CBD (Dinafem)

  • 6% THC
  • 6% CBD
  • schmerzstillend und entzündungshemmend
  • speziell für den Gebrauch tagsüber
  • 80% Indica / 20% Sativa
  • 55 Tage Blüte / Anfang Oktober
  • 600 g/m²

CBD Queen

CBD Queen (Cannamed)

  • 9% THC
  • 11% CBD
  • schmerzstillend und entzündungshemmend, krampflösend
  • keine psychedelischen Effekte
  • speziell für den Einsatz während des Tages entwickelt
  • 650 g/m²
  • 9 Wochen Blütezeit / Anfang Oktober

The case for medical marijuana in epilepsy, Edward Maa, et al., Epilepsia, doi: 10.1111/epi.12610, published online 22 May 2014.

http://www.uniklinik-freiburg.de/epilepsie/ueber-epilepsie/cannabis-und-epilepsien.html

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