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Die Heißkompostierung: eine hilfreiche Methode beim Cannabisanbau

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Die reguläre Kompostierung wird auch als Kaltkompostierung bezeichnet. Dabei werden zahlreiche organische Materialien in einen Fertigkompost, ein Gittergehäuse oder nur auf einen Haufen plaziert. Dann wartet man bis sich die pflanzlichen Materialien zersetzt haben und aufgespalten sind. Dieser Prozess dauert mehrere Monate, normalerweise 6-12 Monate. Indemm der Kompost oft gewendet, gemischt und umgewälzt wird, bekommt er mehr Sauerstoff und die Zeit der Kompostierung kann damit verkürzt werden. Trotzdem ist die Wartezeit hierbei relativ lange.

Bei der Heißkompostierung wird Kompost in kürzerer Zeit erzeugt. Zumdem hat diese Methode den ganz großen Vorteile, dass Krankheitserreger, Parasiten und schädliche Pilze dabei getötet werden. Die pflanzlichen Materialien werden in feinen Kompost aufgespalten. Außerdem werden durch die entstehende Hitze Unkrautsamen zerstört und man hat später weniger Probleme. Unkrautsamen in deiner selber gemachten Cannabiserde können zu einer nervigen Sache werden, Unkraut nimmt kostbaren Raum ein und hindert die Cannabispflanzen bei ihrem Wachstum. Bei der kalten Kompostierung dagegen bleiben alle Unkrautsamen aktiv.

Innerhalb eines „kalten“ Komposts werden Krankheiterreger nicht zerstört. Wenn kranke Pflanzen oder Teile davon auf den Kompost landen, können diese später Krankheiten übertragen an andere Pflanzen.

Im Folgenden stellen wir euch eine Hochtemperatur Kompostierungstechnik vor, mit der man innerhalb kurzer Zeit hochwertigen Kompost erzeugen kann. Es dauert etwy 20 Tage.

Das muss bei der Heißkompostierung beachtet werde:

  • Die Temperatur des Komposts wird auf 55-65° C gehalten
  • Das Kohlenstoff : Stickstoff Verhältnis des Kompostmaterials soll etwa 25-30: 1 sein
  • der Kompost sollt mindestens 1,5 m hoch sein
  • der Kompost sollte von außen nach innen gewendet werden um eine gute Durchmischung zu erzielen
  • zu grobe und große Pflanzenteile/Äste müssen vorher zerkleinert oder klein gehäkselt werden

So wird es gemacht:

  1. Komposthaufen aufschichten und 4 Tage ruhen lassen, nicht wenden in dieser Zeit
  2. dann 14 Tage lang jeden 2. Tag den Haufen gut durchmischen und wenden

Die Kohlenstoff-Stickstoffverhältnis

Bei der Heißkompostierung spielt das Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff eine entscheidene Rolle. Die Kompostmaterialien sollen 25 bis 30 Teile Kohlenstoff zu einem Teil Stickstoff enthalten. Das ist deswegen notwendig, weil die für den Kompostierungsprozess verantwortlichen Bakterien und Mikroorganismen genau dieses Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis brauchen um sich zu entwickeln und zu vermehren.

  • Pflanzliche Materialien die reich an Kohlenstoff sind, sind meistens trocken und braun: z.B. Sägemehl, getrocknete Blätter, Stroh, Zweige und Äste, andere holzige und faserige Materialien. Diese Stoffe verrotten sehr langsam.
  • Materialien, die viel Stickstoff enthalten sind in aller Regel grün und feucht: wie z.B. Grasschnitt, Gemüse- oder Obstreste, Tierdung, grünes Blattmaterial. Diese Soffe verrotten schnell.

Bei der Heiß- oder Schnellkompostierung wird der Kompost auf das fast gleich Volumen aufgespaltet als das Material zuvor hatte, während der Kompost bei der regulären Kompostierung sein Volumen drastisch reduziert.

Einige C:N-Verhältnisse von Kompostierungsmaterialien

braun = hoher KohlenstoffgehaltKompost Cannabisanbau, Komposterde Grow

  • Tannennadeln 80:1
  • Stroh 75:1
  • Blätter, getrocknet 60:1
  • Obstabfälle 35:1
  • Asch von Holz 25:1
  • Holzschnitzel 400:1
  • Erdnussschale 35:1

 

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grün = hoher StickstoffgehaltKompost Cannabisanbau, Komposterde Grow

  • Gartenabfälle 0:1
  • Grasschnitt : 20:1
  • grünes Holz/Zweige 25:1
  • Heu 25:1
  • Kaffesatz 20:1
  • Seaweed 19:1
  • Kuhdung 16:1
  • Pferdemist 18:1
  • Alfalfa 12:1

 

TIP:

Alle organischen Materialien können mit der Heißkompostierungsmethode kompostiert werden. Beim Cannabisanbau sollte man speziell auch die Zusammensetzung und vor allem auch Herkunft der zu kompostierenden Stoffe beachten.

Wem die Sache mit dem Verhältnis zu kompliziert ist, kann mit dem Volumen der Inhaltsstoffe arbeiten:

  • 1/3 „Grünzeug“ also (stickstoffhaltiges) Pflanzenmaterial wird mit 2/3 braunem (Kohlenstoff reichem) Material gemischt.
  • oder anders gesagt: jeweils 1 Eimer mit stickstoffreichem Material auf 2 Eimer trockenes, kohlenstoffhaltiges Material geben.

Beim Erstellen des Kompost wird dann abwechselnd eine dünne grüne und eine dünne braune Schicht Material aufgeschichtet bis der Komposthaufen ungefähr einen qm einnimmt.

Am Ende hat du dann fast einen qm hochwertigste feine Komposterde und das in sehr kurzer Zeit (ca. 20 Tag).

Die Heiß-/Schnellkompostierung Schritt-für-Schritt

1. Tag

Der Komposthaufen wird aufgebaut: abwechselnd eine dünne Schicht „grünes“ und „braunes“ Material auflegen. Wasser, sollte gut in den Boden ablaufen können. Als zusätzliche Aktivatoren können Brennessel, Schafgarbe, Guano, Grünschnitt oder alter Kompost hinzugegeben werden

4. Tag

Der Komposthaufen wird jetzt gewendet und durchgemischt. Das Material sollt am besten von außen nach innen gedreht werden, also alles mal umkehren so gut es geht. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Feuchtigkeit im Kompost konstant bleibt: feucht aber nicht schwimmend nass. Ist der Kompost zu trocken, kann er mit Wasser gegossen werden bis er wieder gleichmäßig feucht ist. Ist er zu nass sollte das Kompostmaterial großzügig ausgebreitet, häufig gewendet werden und unten evtl. die Drainage verbessern. Bei viel und anhaltendem Regen kann man im Freien eine kleine Überdachung für den Kompost machen, am beste wenn man diese einfach wegstellen kann sobald sich das Wetter gebessert hat oder man alles mischen möchte.

 6. Tag

Der Komposthaufen sollte nun im Inneren seine Maximale Temperatur von 55°-65° C erreichen. Mit einem Kuchenthermometer kann man das nachprüfen.

Am 6-8. Tag entsteht die höchste Temperatur im Kompost. Danach kühlt sie schrittweise wieder ab, bis zur kompletten Abkühlung nach ca. 20 Tagen.

Wenn der Komposthaufen beginnt, rasch an Größe zu verlieren und sehr heiß wird, ist zu viel Stickstoff im Kompost. Dann kann beim Drehen etwas Sägemehl hinzugefügt werden. Ansonsten weitermachen mit jeden 2. Tag den kompletten Haufen wenden und alles Innere nach außen drehen.

nach etwa 20 Tagen

Kompost-Grow, Komposterde Cannabisanbau, Tipps, Grow-Lexikon

Die Komposterde riecht jetzt gut, stinkt nicht mehr und ist vollständig abgekühlt. Regenwürmer interessieren sich für das hochwertige und nährstoffreiche Naturprodukt und siedeln sich gerne an. Wenn die Komposterde schön dunkel, kalt und komplett zersetzt ist, kann sie für den Anbau von Cannabis ausgezeichnet verwendet werden und liefert üppige und hocharomatisch Erträge. Der Kompost kann als Bestandteil von selbstgemischter Erde für den Indooranbau oder auch draußen verwendet werden.

  • Ermischung z.B. aus: 30% gut verrotteter Komposterde + 30% kaum vorgedüngter Cannabiserde (Light-Mix von Plagron) +  20% Wurmmist + 20% Perlite/Vermiculit

Was muss beachtet werden bei der Heißkompostierung?

  • der Kompost sollte auf einem Platz aufgestellt werden, an dem er geschützt ist vor zu viel Sonne oder Regen, um ihn vor Austrocknung zu bewahren oder zu verhindern, dass der Kompostierungsprozess verzögert wird.
  • der Komposthaufen benötigt eine Fläche von 1,5 x 1,5 m, so bleibt auch noch ausreichend Platz für das Wenden der Pflanzenmaterialien
  • das häufige Drehen, wenden, umwälzen und dadurch belüften des Komposthaufens ist das große Geiheimnis der schnellen und erfolgreichen Kompostierung
  • der Kompost kann mit einer Heugabel oder ähnlichem langstieligem Werkzeug umgewälzt werden
  • bei kaltem und nassem Wetter kann der Komposthaufen zusätzlich mit einer Folie oder mobilen Überdachung abgedeckt werden, so dass er nicht zu stark durchnässt oder von außen an Wärme verliert, was den Kompostierungsprozess verlangsamen kann.

Eigene Komposterde für Cannabispflanzen sollte von höchster Qualität sein, so dass die Erträge nicht leiden oder sich unerwünschte Schädlinge ausbreiten können. Beim Indooranbau sollte man am besten immer die Heißkompostierung anwenden um sich keine Schädlinge in die Grow-Box einzuschlepppen.

Kompost beim Cannabisanbau, Grow-Tipps, Grow-Lexikon

Am besten man siebt den Kompost durch ein Gitter vor dem Einsatz drinnen, so wird er noch feiner und Steine werden entfernt.

Was kann ich tun, wenn bei der Heißkompostierung nicht ausreichend hohe Temperaturen in der Mitte des Komposthaufens entstehen?

Falls dein Komposthaufen in der Mitte nicht die Temperatur erreicht, die für die Heißkompostierung notwendig ist, kannst du einfach ein größeres Loch in der Mitte des Haufens bilden, alles andere irgendwie zur Seite schieben, und mit Grasschnitt oder frisch geschnittene Brennesseln füllen (2-3 Eimer je nachdem). Dann das geschnittene frische Grünzeug wieder mit dem anderen Kompost zudecken und die Temperatur im Inneren nach einiger Zeit erneut kontrollieren, sie sollte nun ansteigen. Falls nicht, mehr Grasschnitt hinzufügen und untermischen, evtl.  zeitweise eine Plastikabdeckung in Betracht ziehen sowie Guano aufstreuen und untermischen.

In diesem Sinne: erfolreiches komposten für dicke Aroma-Buds 😀

Euer Juan

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