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Cannabistinkturen Hintergründe & Herstellung

medizinische Cannabis-Rezepte

Wennn Cannabis geraucht wird hat das den Vorteil, dass bei dieser Verabreichungsform eine sofortige Wirkung einsetzt und der Patient die Möglichkeit hat, selbst je nach dem individuellen Bedarf genau zu dosieren. Aber das Rauchen an sich hat natürlich einige unerwünschte Nebenwirkungen oder kommt für einige Patienten überhaupt nicht in Frage. Mit Tinkturen ist es möglich die wirksamen Effekte ähnlich schnell zu spüren und gleichzeitig hat man damit ein hohes Maß an Kontrolle über die eigene erforderliche Dosis. Es gibt mittlerweile zahlreiche alternative und effektive Verabreichungswege zum Rauchen.

„Pharma-Pillen“ stellen bereits heute und sicher zunehmend in der Zukunft den Nutzen von Cannabis bzw. einzelnen Cannabinoiden zur Verfügung. Das vorliegende Medikament Dronabinol (Marinol) hat allerdings aufgrund seiner verzögerten Aktionszeit, der schlechten Resorption im Verdauungstrakt und dem Fehlen vieler Antioxidantien, die im ganzen Cannabis vorhanden sind, sowie der zusätzliche nicht vorhandenen entzündungshemmenden Cannabinoide oft nur unbefriedigende Ergebnisse erreicht. Hinzu kommt, dass alle diese Cannabinoid-Medikamente zukünftig sehr hohe Abgabepreise haben werden und unter Umständen auch Nebenwirkungen, die bei der herkömmlichen Verwendung des gesamten Cannabis nicht bekannt sind. Dabei liegt das Einfache doch oft so nahe. In Ländern, in denen der Cannabis-Anbau bereits legalisiert ist, können sich Patienten einfach und sicher ihr eigenes Medikament aus Cannabis herstellen ohne dafür Repressionen fürchten oder auf teuere Pharmaprodukte zurückgreifen zu müssen.

Cannabis-Tinkturen sind nichts Neues. In früheren Zeiten wurden sie in der Medizin als primäre Verabreichungsform verwendet. Cannabis-Tinkturen sind im Wesentlichen Alkoholextraktionen des ganzen Cannabis, also der Blüten und evtl. der kleinen harzigen Blätter. Sie sind leicht herzustellen und dabei äußerst preiswert im Vergleich zu Cannabinoid-Präparaten. Zusätzlich enthalten die Tinkturen alle 80 der wesentlichen und bisher bekannten Cannabinoide satt nur einem wie Marinol. Einige Cannabinoide wie etwa Cannabidiol (CBD) reduzieren widerum die psychoaktive Wirkung von THC während sie andere Effekte steigern. Das Zusammenspiel der verschiedenen Cannabinoide in seiner natürlichen Form ist zweifelsohne vor allem in der medizinischen Anwendung von großer Bedeutung und muss in der Zukunft noch mehr erforscht werden. Im gesamten Cannabis unterstützen, regulieren, und ergänzen sich Cannabinoide gegenseitig. Ein einzelnes Cannabinoid zu isolieren und zu verabreichen scheint nach aktuellen Erkenntnisstand daher nicht so wirksam zu sein wie das ganze Cannabis und es wurde auch über unerwünschte Nebeneffekte in dem Zusammenhang berichtet.

Cannabinoide in der Medizin

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Tinkturen können am besten und effektivsten sublingual (also unter der Zunge) verwendet werden. Die Dosierung und Wirkungsstärke läßt sich leicht durch die Anzahl der Tropfen pro Patient festlegen. Unter der Zunge wird das Cannabis-Medikament dann schnell in das arterielle System absorbiert und in das Gehirn und den ganzen Körper transportiert. Tinkturen sollten am besten im Kühlschrank und in dunklen Flaschen aufbewahrt werden, weil Licht bestimmte Cannabinoide und andere Wirkstoffe zerstören kann. Aufgrund des hohen Ethanolanteils in Cannabis-Tinkturen braucht man keine bakterielle Verschmutzung zu befürchten.

Beim Rauchen oder Verdampfen von Marijuana beginnen die aktiven Cannabinoide innerhalb von Sekunden im Körper wirksam zu werden. Durch das schnelle Einsetzen der Wirkung kann der Patient die Dosierung leicht steuern und braucht nur einige Minuten zu warten zwischen einzelnen Zügen. Wenn Cannabis oral genommen wird, also z.B. in Form von Marijuana-Keksen, wird es in einer ganz anderen Weise als beim Rauchen aufgenommen. Der Köprer nimmt innerhalb von etwa 1-2 Stunden allmählich Cannabinoide auf. Das Medikament wird bei der oralen Einnahme zuerst von der Leber verarbeitet, wo einige Cannabinoide wie die delta 9-11 Versionen des THC umgewandelt werden. Wenn Cannabis gegesssen wird, braucht man in etwa das 4-10 fache an Menge im Vergleich zum Rauchen oder Verdampfen um die gleiche Wirkung zu erzielen. Es ist bei der oralen  Einnahme oft schwierig , eine gewünschte Dosis oder Wirkung konstant zu erreichen. Daher wurden Tinkturen entwickelt, um eine ebenso schnelle und gleichzeitig gut dosierbare Anwendung zu ermöglichen. Wie bereits beschrieben werden die meisten Tinkturen sublingual eingesetzt.

Ein englisches Pharmaunternehmen arbeitet derzeit an einem Spray, das in ähnlicher Weise unter der Zunge verwendet werden kann. In vielen Ländern ist allerdings nicht zu erwarten, dass ein solches Cannabis-Spary in überschaubarer Zeit für Patienten verfügbar sein wird, da oftmals der Genehmigungsprozess von Medikamenten jahrelang dauert und sie zudem schließlich sehr teuer werden. Unter der Zunge können die Wirkstoffe der Tinktur durch die arterielle Blutzufuhr ebenfalls innerhalb von Sekunden aufgenommen werden. Die Tinktur wird nicht geschluckt. Wenn die Tinktur in ein Getränk gegeben wird, werden die Wirkstoffe langsamer aufgenommen als unter der Zunge. Mit leerem Magen erfolgt eine Aufnahme schneller als mit vollem.

Viele Patienten nehmen bei einer einmaligen Dosis 3-4 Tropfen, wobei dazu nur schwer Angaben gemacht werden können. Die Dosierung hängt stark von dem verwendeten Cannabis und der Potenz der Tinktur ab sowie von den individuellen Faktoren jedes einzelnen Patienten. Jeder Mensch ist unterschiedlich. Deshalb tasten sich viele Patienten zunächst an die Dosis heran und testen verschiedene Sorten, um ihre individuelle, ideal abgestimmte Dosierung und medizinische Sorte zu finden. Tinkturen lassen sich am besten mit einer Tropfpipette dosieren.

Im Folgenden gehen wir auf zwei Methoden zur Herstellung von medizinischen Cannabis-Tinkturen näher ein. Beide Methoden zielen auf die Reinheit und die Potenz des Endprodukts ab. In dem Zusammenhang ist es gerade bei der medizinischen Verwendung besonders wichtig als Ausgangsmaterial hochwertiges Cannabis zu verwenden, das frei von chemischen Zusätzen und Rückständen sowie Schimmel und anderen Krankheitserregern ist. Je nach Anwendungsgebiet und gewünschten Effekten, ist es natürlich Voraussetzung, dementsprechend die geeignete Sorte zu wählen. Für manche Erkrankungen haben sich klassischerweise Indica dominante Sorten bewährt, bei anderen Symptomen eignen sich Sativas besser. Siehe dazu auch Indicas in der Medizin oder die Cannabis-Sorten und ihre medizinische Wirkung.

Weil das Wirkspektrum und das Zusammenwirken der Canabinoide bei den verschiedenen Cannabis-Sorten so vielfältig und unterschiedlich ist, müssen Cannabis-Patienten letztlich für sich selbst testen, welche Sorte oder Sorten für ihre Bedürfnisse die geeignetsten sind. Viele Cannabis-Patienten setzen verschieden Sorten ein mit unterschiedlichen Wirkungsbereichen, und machen damit sehr gute Erfahrungen.

Cannabis-Tinktur selber herstellen medical Cannabis Tinktur

Allgemeine Regeln bei der Herstellung von Cannabis-Tinkturen

Cannabis-Tinkturen stellen eine Extraktion von Cannabinoiden aus Pflanzenmaterial dar.

  • Viele Cannabinoide reagieren auf Licht oder Wärme negativ und bauen sich dabei ab, deshalb sollte man dies möglichst vermeiden. Tinkturen sollten luftdicht in dunklen Glasbehältern im Kühlschrank aufbewahrt werden.
  • Kunststoffbehälter sollten vermieden werden, weil das Ethanol in der Tinktur Teile des Vinyls im Kunststoff lösen kann und damit gesundheitsschädlich wäre.
  • Alle Geräte und Gefäße sollten zuvor gut gereinigt und desinfiziert werden, um keine Keime in die Tinktur zu bringen.

Methode 1: kalte Methode

Dieses Rezept ist zur Herstellung von Tinktur mit höchster Qualität. Es wird dabei keine Wärme verwendet und die Cannabinoide daher weitgehend geschont und erhalten. Die Blüten und kleinen Blätter sollten vorher zerkleinert, aber nicht pulverisiert werden. Es können auch größere Blätter verwendet werden, aber wer höchste Potenz erreichen möchte, nimmt Blüten von höchster Potenz. Der Alkohol sollte zum Verzehr geeignet sein, man kann auch den hochprozentigsten Wodka nehmen, den man zu kaufen bekommt oder Rum mit 80%.

  • Ein verschließbares Glasgefäß zu 3/4 mit getrockneten und zerkleinerten Blüten und/oder harzigen kleinen Blättern auffüllen
  • dann den Rest mit mind. 80%igem Alkohol auffüllen ( es mus Alkohol sein, der sich für den menschlichen Verzehr eignet!). Darauf achten, dass oben im Gefäss noch etwas Platz bleibt.
  • Das ganze gut durchschütteln und dann 2 Wochen lang 1-2 x por Tag schütteln. In der Zeit, so wie anschließend auch im Kühlschrank aufbewahren.
  • Nach 2 Wochen die Mischung durch ein feines Tee- oder Stoffsieb filtern. Dies kann auch ein zweites Mal wiederholt werden, so dass Schwebeteilchen noch besser herausgefiltert werden.
  • Die Tinktur in ein dunkles Glasfläschchen geben.

Alkohol ist ein starkes Desinfektionsmittel für einige Zeit. Beim Umgang mit der Cannabis-Tinkturen sollte man respektvoll sein und nicht übertreiben, denn es handelt sich um ein Konzentrat.

Cannabistinktur Marijuana-Tinktur

Methode 2: heiße Methode (Decarboxylation)

In der Cannabispflanze zeigt sich der THC-Gehalt in Form von THCA (Tetrahydrocannabolic Säure). THCA wird dann beim Kochen (erhitzen), verdampfen oder rauchen in THC umgewandelt -> Decarboxylation genant. THCA stellt ein leichtes Schmerzmittel mit entzündungshemmender Wirkung dar. Es hat aber keine Affinität zu unseren CB1-Rezeptoren, so dass das THCA zunächst in THC konvertiert werden muss, damit eine THC-reiche Tinktur mit dem gleichen therapeutischen und den gleichen hohen Effekten wie beim Rauchen entsteht. THC verdampft bei 190 C°. Wenn beim Erhitzen THCA in THC konvertiert werden soll, muss die Tempretaur also darunter gehalten werden, damit nichts vom wertvollen THC verloren geht. In dem Zusammenhang ist zu beachten, dass es teilweise erhebliche Fehlinformationen über die Erhitzung von Cannabis gibt. Es ist wahr, dass das Cannabis nicht erhitzt werden muss, um sowohl THC als auch THCA zu extrahieren, aber die Menge an THC ist relativ klein bei Nichterhitzung im Vergleich zu nach der Decarboxylierung des THCA. Also, wenn die Stärke der Tinktur maximiert werden soll, muss das Cannabis vor der Extraktion erhitzt werden.

  • Das Cannabis wird auf eine Temperatur von 160 C° erhitzt. Dazu schiebt man das Cannabis einfach für 4-5 Minuten in den vorgeheizten Backofen (160 C°). Es beginnt währenddesssen schon stark zu riechen.
  • Anschließend das Cannabis sehr klein hacken.
  • Es wird für die Extraktion sehr hochprozentiger Alkohol verwendet (z.B. Bacardi 151 auch jeden Fall für den Verzeht geeignet!)
  • Nun beginnt der Punkt, an dem sich die Geister am meisten scheiden. Manche legen nun das Cannabis für 2-6 Wochen in den Alkohol ein, während andere darauf schwören, den Alkohol mit den Blüten zu mischen, 2 Wochen einzulegen umd das Ganze dann nochmals zu erwärmen. Das Hauptproblem beim Erhitzen von Alkohol ist, dass Alkohol brennbar ist.  Die Alkoholmischung wird von manchen Patienten erhitzt, weil dadurch nochmals die Effizienz und Extraktionsrate erhöht werden kann. Durch das Erhitzen während des Extraktionsprozesses wird die Bewegung der Moleküle erhöht und damit die Extraktionszeit deutlich verkürzt. Der Siedepunkt von reinem Ethanol liegt bei 78 °C. Am besten hat sich das Wasserbad bewährt um das Cannabis-Gemsich (Rum-Mix) bis knapp unter den Siedepunkt von Ethanol zu heizen. Hierfür sollte ein Thermometer verwendet werden, um das ganze zu kontrollieren. Während die Cannabis-Alkohol-Mischung in ihrem Glasgefäß im Wasserbad steht, sollte sie mit einem Glasdeckel abgedeckt werden.
  • Das Thermometer wird zur Kontrolle in das Einmachglas gegeben. Wenn das Wasser im Wasserbad zu stark zu blubbern beginnen sollte, Temperatur senken, von der Platte nehmen. Dabei im Raum für gute Belüftung, Durchzug sorgen und Abzug auf volle Stärke. Die Mischung einige Minuten (ca. 30 Minuten) vor sich „hinschmoren“ lassen, aber nicht kochen.
  • Die Mischung wird nun auch wieder durch ein feines Sieb gefiltert und in einer dunklen Glasflasche im Kühlschrank aufbewahrt. Die Tinktur ist dunkelgrün und riecht intensiv nach Marijuana.

Das wars schon, chillige Grüße. Bis zum nächsten Mal 😉

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