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Cannabis und THC bei Schädel-Hirn-Trauma

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Traumatischer Hirnverletzung (TBI), also Schädigung des Gehirns treten auf, wenn eine äußere Kraft ein sog. Trauma das Gehirn beschädigt. Traumatische Hirnverletzungen führen weltweit bei vielen Kindern und Erwachsenen zum Tode oder zu Behinderungen. Ursachen sind Stürze, Verkehrunfälle oder Gewalteinflüsse. Ein Hirntrauma verursacht in der Regel auch sekundäre Verletzungen, die Minuten oder auch erst Tage nach der anfänglichen Verletzung auftreten können. Neben den ersten Verletzungen kommt es oftmals zu einer Änderung der Hirndurchblutung und somit zu einer Veränderung des Drucks innderhalb des Schädels. Dies trägt ebenso zu den Schädigungen bei und kann zahlreiche Komplikationen verursachen.

Ein Schädel-Hirn-Trauma kann weitreichende Auswirkungen auf den emotionalen, körperlichen und kognitiven Bereich haben und die Behandlungsergebnisse können hierbei von völliger Genesung bis zum Tode oder zu dauerhafter Behinderung reichen.

Natürliche Endocannabinoide werden im Körper von Menschen und einigen Tieren gebildet. Deren Hauptfunktion ist es an die Cannabinoid-Rezeptoren im Körper zu binden, von dem sie kommen. Eine Verbindung, die das Gehirn herstellt in der Reaktion auf ein Trauma, kann nützlich sein in der Behandlung von Komplikationen, welche aus Gehirnverletzungen resultieren, berichten israelische Forscher. …“wir glauben, dass diese Komponente, die das Gehirn selbst herstellt, in der Lage ist als neuroprotektiver Wirkstoff zu dienen.“ wie die führende Autorin der Studie Esher Shohami, Professorin an der School of Pharmacyan der Hebrew University in Jerusalem gegnüber Reuters Health berichtet. Die Forscher folgerten daraus, dass diese Verbindung offensichtlich irgendwie dazu beiträgt sekundäre Komplikationen im Gehirn nach einem Schädel-Hirn-Trauma zu verhindern. Es wird vermutet, dass dies geschieht durch Reduktion von Entzündung, Verlangsamung der Produktion von toxischen Stoffen im Gehirn oder Steigerung der Blutzufuhr zum Gehirn unmittelbar nach der traumatischen Verletzung. Allerdings erreichen die natürlichen Mengen, die die Gehinrnzellen produzieren, wahrscheinlich nicht ein ausreichende hohes Level um effektiv zu sein, erklärt Shohami.

Um die Auswirkungen dieser Verbindung zu erforschen, synthetisierten die Wissenschaftler 2-AG und injezierten es eine Stunde nach der Gehirnverletzung in Mäuse. Die Mäuse wurden 1, 4 und 7 Tage nach der Verletzung untersucht. „Wir fanden eine enorme Verbesserung bei der Wiederherstellung der Mäuse“, sagt Shohami und weist gleichzeitig darauf hin, dass es durch die Gabe zu weniger Flüssigkeit und Schwellungen im Gehirn, bessere Erholung der motorischen Funktion und weniger toten Gehirnzellen und Gewebe kam. Allerdings war die Schutzfunktion gegen neurologische Schäden nur kurzzeitig mit gleichzeitig signifikanten Effekten. Shohami erklärt, dass sie hoffe, dass die Erkenntnisse nun auch an Menschen, die an Hirnverletzungen leiden, erprobt werden können. Die Einzelinjektion der Substanz sollte aus ihrer Sicht als neue Behandlungsoption angesehen werden. Sie erwartet bei diser neuen Behandlungsform keine ernsthaften Nebeneffekte oder Toxizität.

Cannabis & Neuroprotektion

Die moderne Wissenschaft hat nicht nur das Gerücht widerlegt, Marijuana sei neurotoxisch sondern auch in ihren jüngsten wissenschaftlichen Entdeckungen gezeigt, dass Cannabinoide in der Tat neuroprotektiv, auch gegen alkoholbedingt Gehirnschädiungen, wirken. In einer aktuellen präklinischen Studie ausgerechnet des US National Institutes of Mental Health (NIMH) wird berichtet, dass die Verabreichung des nicht-psychoaktiven Cannabinoids Cannabidiol (CBD) den Ethanol induzierten Zelltod im Gehirn um bis zu 60% vermindern kann.

Auch zahlreiche andere Studien in der Vergangenheit konnten immer wieder die neuroprotektiven Effekte von Cannabis und dessen Cannabinoiden zeigen. Der Mechanismus, mit dem Cannabinoide in der Lage sind, Hirnschädigungen zu minimieren, ist noch nicht ausreichend verstanden.

Die Mortalität (Sterblichkeit) bei Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma deutlich niedriger bei Patienten, die positiv auf THC getestet wurden

Laut einer neuen Studie aus den USA ist die Mortalität (Sterblichkeit) bei Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma deutlich niedriger bei Patienten, die positiv auf THC getestet wurden als bei Patienten mit einem negativen Test.

Dr. David Plurad vom Harbor-UCLA Medical Center in Torrance in Kalifornien, einer der Autoren der Studie merkt an, dass „diese Daten zu früheren Ergebnissen passen, die zeigen dass THC neuroprotektiv ist.“ Tierstudien haben bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass THC das Gehirn nach einer Verletzung schützen kann und die neuroprotektive Wirkung von Cannabinoiden sind auch bei der Behandlung einiger neurologischer Erkrankungen bei Menschen nachgewiesen worden, aber wenig ist bisher über die Wirkung von THC auf Hirnverletzungen bei Menschen bekannt.

Schädel-Hirn-Trauma und THC

Um ihre Hypothese zu testen, dass THC die Überlebensrate bei Schädel-Hirn-Trauma-Patienten verbessert, überprüften die Forscher die Daten von Patienten in einem Zeitraum von 3 Jahren, die in ihrer Klinik nach einem Unfall behandelt wurden. Nachdem die Forscher alle pädiatrischen Patienten und diejenigen, von denen nicht erwartet wurde, dass sie ihre Verletzungen überleben, ausgeschlossen hatten, hatten sie 446 Fälle, die die Kriterien der Studie erfüllten.

Insgesamt lag die Mortalitätsrate bei 9,9% und 18,4% der Patienten hatten positive THC-Screenings. Bei den THC-positiven Patienten verstarben nur 2,4% an ihren Verletzungen, im Vergleich zu 11,5% der THC negativen Gruppe (p = 0,012). Es versterben als signikant weniger Patienten, die Marijuan konsumieren an einem Schädel-Hirn-Trauma in Folge eines schweren Unfalls als Patienten, die kein Cannabis zu sich nehmen.

Eine Handvoll Studien, einschließlich seiner eigenen Forschung, haben bereits darauf hingewiesen, dass auch Alkohol neuroprotektive Effekte bei einem Schädel-Hirn-Trauma haben könnte, merkt Dr. Plurad an. Allerdings, fügt er hinzu, haben diese Studien nicht die Anwesenheit von THC kontrolliert. „Wir überprüften die Anwesenheit von Alkohol in unserer statistischen Analyse, und es hat sich gezeigt, dass dieser bei weitem nicht so effektiv als Schutz ist als das Vorhandensein des Marihuanas“, fügte er hinzu. Bei zukünftige Studien über die potenzielle neuroprotektive Wirkung von Alkohol sollten auch die positiven Effekte von Marihuana berücksichtigt werden.

Schädel-Hirn-Trauma

Ein Problem bei der Studie könnte nach Dr. Plurad sein, dass beim toxikologischen Test auf THC nicht zwischen gelegentlichen und chronischen Nutzern unterschieden werden konnte. Eine Person konnte positiv getestet werden, nachdem der letzte Marijuana-Konsum bereit Tage oder Wochen zurück lag.

Da Marihuana sehr kostengünstig ist und einige medizinische Vorteile besitzt, sollten seine therapeutischen Effekte weiter untersucht werden, sagte der Forscher.

„Es wird nicht eine Antwort geben, ob Marihuana gut oder schlecht für Sie ist,“ fügte er hinzu. „Wie die meisten Dinge im Leben, und insbesondere in der Medizin, wird die Antwort irgendwo dazwischen liegen.“

Quelle: The American Surgeon, Ausgabe 80, Nummer 10, Oktober 2014, S. 979-983(5)

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