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Neurodermitis und Cannabis

Cannabis-bei-Neurodermitis, medical Marijuana Infos

Neurodermitis und Allergien können in verschiedenen Formen auftreten als Reaktion auf bestimmte Stoffe oder Bedingungen. Allergische Kontaktdermatitis beispielsweise wird verursacht durch eine Reaktion auf etwas, das direkt mit der Haut in Kontakt kommt. Viele verschiedene Stoffe (Allergene) können Kontaktdermatitis auslösen bei Menschen, die eine Allergie auf diese bestimmten Stoffe haben, auf z.B. Tiere oder Reinigungsmittel. Stress kann verursachen, dass sich die Erkrankung zusätzlich verschlimmert. Viele Menschen weltweit, die Cannabis zur Selbstmedikation bei Neurodermitis einsetzen, berichten über eine Verbesserung ihrer Symptomatik, die sie damit erreichen können. Dies legt die Frage nahe, inwieweit und warum Cannabis bei Neurodermitis helfen kann.

Körpereigene Cannabinoide wirken entzündungshemmend

Ein Artikel zu diesem Thema wurde 2008 in der Fachzeitschrift „Science“ veröffentlicht von einer internationalen Forschungsgruppe, die Dr. Andreas Zimmer von der Universität Bonn führte. Der Artikel beschäftigt sich mit der Linderung allergischer Hauterkrankungen durch das so genannte Endocannabinoid-System. Unter den Mitgliedern der Gruppe war auch Prof. Raphael Mechoulam der Hebräischen Universität von Jerusalem School of Pharmacy. In dem Science-Artikel stellen die Forscher ausführlich dar, wie das Endocannabinoidsystem an vielen körperlichen Prozessen und Schutzreaktionen bei Säugetieren beteiligt ist.
Das Endocannabinoid-System dient als wichtiger Regulator bei Kontaktüberempfindlichkeit der Haut. In Mäuseversuchen zeigte sich, dass diejenigen Mäuse, die nur wenige oder keine Cannabinoid-Rezeptoren hatten auch verstärkt entzündliche Hautreaktionen aufwiesen bei bestimmten Allergenen. Nachdem die Daten erkennen ließen, dass ein verstärkte Aktivierung des Endocannabinoid-Systems, allergische Reaktionen verringern kann, gaben die Forscher Cannabinoide, v.a. Tetrahydrocannabinol THC an die Versuchsmäuse. Das Ergebnis war, dass die Hautreaktionen der Mäuse, die mit THC behandelt wurden im Vergleich zu den unbehandelten Mäusen deutlich gesunken waren.
In einer Reihe von weiteren Experimenten fanden die Wissenschaftler heraus, dass die Hautzellen der Mäuse einen spezifischen Stoff, nämlich Chemokin erzeugen, der maßgeblich bei der Hauterkrankung beteiligt ist. Die Aktivierung des Endocannabinoid-Systems in der Haut bewirkt, dass es zu einer Anpassung bzw. Regulierung der Produktion von Chemokin kommt.

CB1-Rezeptoren in der Haut

CB1-Rezeptoren befinden sich auf Nerven, die durch die Haut gehen. Sowohl große auch als ganz feine Nervenfasern besitzen diese Rezeptoren. In früherer wissenschaftlicher Arbeit konnte bereits gezeigt werden, dass menschliche Hautzellen einen Mechanismus besitzen, der Anandamide ( ein Endocannabinoid) synthetisiert, bindet und metabolisiert. Die genaue Rolle des Endocannabinoidsystems in der Haut ist nach wie vor noch rätselhafft und erfordert weitere Untersuchungen. Zugleich hat es nach jetzigem Erkenntnisstand große Bedeutung bei der Entwicklung von Hautzellen.

Besonders interessant als Therapeutikum ist neben den bisher bekannten Wirkstoffen, die Tatsache, dass Hanf zu nur wenigen Ölpflanzen gehört, deren Samen Gamma-Linolensäure (GLA) enthalten (ca. 2 – 4%). Besteht ein Mangel an Gamma-Linolensäure, welches bei gesunden Menschen im Körper aus Linolsäure gebildet wird, kann es zu Stoffwechselerkrankungen kommen. Die Einnahme oder die Anwendung von Gamma-Linolensäure können die Krankheitsymptome von Neurodermitits positiv beeinflussen.
Die erfolgreiche Behandlung von Neurodermitis Atopica mit Gamma-Linolensäure wird damit erklärt, dass durch die Einnahme die Mangelzustände an essentiellen Fettsäuren ausgeglichen werden, wie sie bei fast allen Neurodermitispatienten auftreten.

Cannabis-Seeds Neurodermitis-Cannabis

Cannabis rauchen und Verdampfen bei Neurodermitis

Durch das Rauchen und Verdampfen von Cannabis werden die wirksamen Stoffe bzw. Cannabinoide über die Lunge aufgenommen und über den Blutkreislauf im ganzen Körper verteilt. Dadurch gelangen THC und andere Cannabinoide auch an die CB1-Rezeptoren der Haut, können dort wirksam werden und ihre entzündungshemmenden sowie regulierenden Effekte entfalten.

Unzählige Neurodermitis-Patienten weltweit berichten von einer deutlichen Verbesserung ihrer Symptomatik beim Konsum von medical Marijuana. Auch beim Rauchen und Verdampfen stellen sich die zentral juckreizhemmenden Effekte des THC ein, die inzwischen mehrfach wissenschaftlich bewiesen werden konnten. Zudem sind Neurodermitis-Patienten oft von einer starken Anspannung, Unruhe und teilweise sogar Schlaflosigkeit betroffen. Hierbei hilft Cannabis mit seinen beruhigenden und sedierenden Effekten vielen Betroffenen wieder Ruhe zu finden, Stress abzubauen und ausgeglichen zu schlafen.

Topische (äußerliche) Anwendung von Cannabis

Cannabis wurde in der Vergangenheit auch äußerlich aufgetragen, um eine Vielzahl von Beschwerden damit zu behandeln. Viele medizinische Marihuana-Patienten haben großen Nutzen von äußerlich (also auf der Haut) angewendetem Cannabis. Die Anwendung einer Cannabiszubereitung auf der Haut beeinflusst nicht die Gehirn Rezeptoren und hat somit natürlich keinen „High“-Effekt. Ekzeme, Schuppenflechte, Kontaktdermatitis, Pruritus (Juckreiz) und sogar Infektionen können mit entsprechenden Cannabis-Cremes und Tinkturen deutlich verbessert werden. Cannabis-Öl hat eine Vielzahl von Anwendungsbereichen. Es ist gilt auch in dieser Form als ein wirkungsvolles Schmerzmittel, weil es die lokalen THC- und CBD-Rezeptoren fördert. Es wirkt entzündungshemmend, u.a. indem es die Durchblutung anregt.

Cannabis-Öl für die äußere Anwendung:

Cannabis-Allergien

Marijuana-Blüten werden zerkleinert und in Hanföl, Olivenöl oder Kokosöl gegeben. Das Pflanzenmaterial sollte dabei vollständig mit Öl bedeckt sein. Diese Mischung an einem dunklen und kühlen Ort für 3 Wochen aufbewahren und täglich schütteln. Nach 3 Wochen das Gemisch durch ein Sieb (z.B. Kaffefilter) filtern. anschließend in einer dunklen Flasch kühl lagern.

Cannabis-Creme für die äußere Anwendung:

Cannabis-Creme

Alle Zutaten werden in einem Wasserbad erhitz, bis sie geschmolzen sind. Mit dem Schneebesen alles cremig rühren und noch warm in die (dunklen) Behälter gießen. Je mehr Wachs verwendet wird, umso dickflüssiger wird es. Etwa 5 Teelöffel Bienenwachs auf 30g Öl als grober Anhaltspunkt. Für die Verwendung werden besonders Indicas empfohlen.

  • 700ml destilliertes Wasser
  • 116g starkes Cannabis-Öl
  • 35g   Bienenwachs (für kosmetische Zwecke, Apotheke)
  • 35g Stearinsäure
  • 29g flüssiges pflanzliches Glycerin (Lebensmittelqualität)

Bitte im Kühlschrank aufbewahren, da kein Konservierungsmittel enthalten ist. Kurzfristig verbrauchen und lieber öfter mal was neues mischen. Die Cannabis-Creme kann auch sehr gut zur äußeren Anwendung bei Schmerzen, z.B. Knie- oder Gelenkschmerzen verwendet werden.

Cannabis Sorten, die bei Allergien und Neurodermitis von den Samenbanken empfohlen werden:

Bei Neurodermitis und Hautkrankheiten im Allgemeinen werden besonders Indicas empfohlen, die einen hohen bis sehr hohen THC-Gehalt besitzen und gleichzeitig viel CBD. Zum Beispiel:

Viele Betroffene berichten ebenfalls über positive Erfahrungen mit Sativas  (Sativa dominanten Strains) bei der Erkrankung. Bei manchen Patienten kann sich besonders eine Kombinatione verschiedener Sorten, also Indica + Sativa je nach Tageszeit, bewähren. Letztlich findet jeder Patient selbst heraus, welche Sorte sich am besten für ihn eignet. Nicht alle Menschen sprechen auf alle Sorten gleich an. Durch persönliche Erfahrung zeigt sich, welche Kombination oder welche Sorte am wirksamsten ist. Die Forschung in diesem Bereich muss noch weitergeführt werden. Besonders THC-reiche Sativa-Sorten sind:

CBD-reiche Sorten:

 

Quelle:
Johansson SG, Hourihane JO, Bousquet J, et al. (September 2001). „A revised nomenclature for allergy. An EAACI position statement from the EAACI nomenclature task force“. Allergy 56 (9): 813–24.doi:10.1034/j.1398-9995.2001.t01-1-00001.x. PMID 11551246.
Bufford, JD; Gern JE (May 2005). „The hygiene hypothesis revisited“.Immunology and Allergy Clinics of North America 25 (2): 247–262.doi:10.1016/j.iac.2005.03.005. PMID 15878454.
Carswell F, Thompson S (1986). „Does natural sensitisation in eczema occur through the skin?“. Lancet 2 (8497): 13–5.doi:10.1016/S0140-6736(86)92560-2. PMID 2873316.
 

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