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Aus der Neurowissenschaft: Wie Cannabis bei der Behandlung von Angststörungen und Stress helfen kann

Marijuana und Stress, Cannabis medizinisch anwenden

Cannabis wird von vielen Menschen als ein natürliches Mittel verwendet, um Stress abzubauen und am Abend abschalten zu können. Tatsächlich hatte eine israelische Studie, wie wir in unserem anderen Arikel zum Thema Stress, Cannabis und Gedächtnis beschrieben haben, herausgefunden, dass das Endocannabinoidsystem einen neuen Ansatz bei der Behandlung kognitiver Defizite darstellt, welche bei vielen stressbedingten Erkrankungen vorzufinden sind.

In der Hoffnung diese Erkenntnisse noch zu erweitern, veröffentlichte ein Team von Forschern der Universdität in Tennessee eine Studie in der Translational Prychiatry. Ihre Ergebniss deuten darauf hin, dass ein erhöhter Endocannabinoid-Level, insbesondere an Anandamid, eine wirksame Behandlung für stressinduzierte Ängste darstellt.

Was ist Anandamid?

Cannabis und Stress

Anandamid ist ein Endocannabinoid, was bedeutet, dass es unser Körper selbst und natürlich produziert. Es arbeitet im Körper in ähnlicher Weise wie Tetrahydrocannabinol (THC) und wirkt auch an den CB1- und CB2-Rezeptoren. Bereits frühere Forschungen haben gezeigt, dass Anandamid u.a. eine Rolle spielt bei der Bekämpfung von menschlichen Brustkrebs und aggressivem Hautkrebs. Demzufolge ist es wahrscheinlich, dass auch CBD hierbei von wichtiger Bedeutung ist, weil es die Produktion der Fettsäureamid-Hydrolase (FAAH), ein Enzym, das Anandamid abbaut, hemmt.

Schon im Vorfeld deuteten Studien an, dass es offensichtlich einen Zusammenhang zwischen CBD und sozialen Ängsten gibt. Anandamide scheinen eine signifikante Verbesserung der Angssymptomatik bewirken zu können.

Erhöhtes Anandamid hilft spannungsinduzierte Ängst zu behandeln

Um die Beziehung zwischen Anandamid und stressinduzierter Angst zu erforschen, führte ein Forschungsteam von der Universität Vanderbilt eine Reihe von Tests mit Mäusen durch. Die Mäuse wurden geschockt um Stress zu induzieren und 24 Stunden später wurden dann mit ihnen verschiedene Verhaltenstests durchgeführt, um herauszufinden, inwieweit der „Schock-Reiz“ zu einer ängstlichen Reaktion führt. Die Ergebnisse aus 2 verschiedenen Test zeigten, dass die Mäuse tatsächlich Ängstlichkeit aufwiesen.

In einem Versuch, den Auswirkungen dieser Angst entgegenzuwirken, verwendeten die Forscher einen Inhibitor für die Fettsäureamid-Hydrolase (FAAH). Ihre Ergebnisse legten nahe, dass das Endocannabinoid in der Lage war, spannungsinduzierte Angstzustände bei Mäusen umzukehren.

Weiterhin war interessant, wie das Forscherteam der Vanderbilt Universität berichtete, dass geschockte Mäuse 24 Stunden nach dem Schock einen reduzierten Anandamid-Spiegel im Gehirn hatten. Dies korrelierte negativ mit der Erfahrung von Angst (mehr Anandamide = weniger Angst). Das führte die Forscher zu dem Rückschluss, dass im Wesentlichen der Anandamid-Spiegel akute stress-induzierte Angst vorhersagt.

Marijuana bei der Behandlung von Stress und Angststörungen

Cannabis und Stress

Das Vanderbilt Forschertam erklärt, dass ihre Ergebnisse die hohe Nützlichkeit der Erhöhung von Anandamid als therapeutischen Ansatz für affektiven Stress und Angststörungen unterstützen. In Anbetracht der Tatsache, dass Cannabidiol (CBD) den Abbau von Anandamid hemmen und Tetrahydrocannabinol (THC) dessen Effekte immitieren kann, kann man annehmen, dass Cannabis basierte Therapien helfen können, Stress induzierten Angsstörungen entgegenzuwirken. Es werden noch weitere Untersuchungen nötig sein um die Wirksamkeit und Wirkungsweise noch genauer zu erforschen.

Ein Team von Experten des National Institutes of Health, University von Calgary und der Rockefeller University, fasste im November 2013 in Trends in Pharmacological Sciences die aktuellen Studien zu Cannabis und Angst zusammen. Wie sich zeigte, abgesehen von der breiten Palette an Effekten, ist der am häufiste berichtete Grund für die Verwendung von Marijuana Angst und Stress.

Cannabis und seine Derivate haben laut den Forschern eine tiefgreifende Auswirkung auf eine Vielzahl von Verhaltensfunktionen und neuronalen Funktionen: bei Ernährung und Stoffwechsel, Schmerzen und Kognition. Wie epidemische Studien beweisen, ist der am meisten selbst berichtete Grund für die Anwendung von Cannabis dessen Fähigkeit, Gefühle von Stress, Angst und Anspannung zu reduzieren.

Studien mit THC zeigen, dass dieses Cannabinoid in der Lage ist, die Angst bei Patienten mit Angsstörungen zu reduzieren und es andererseits bei zu hohen Dosen bei bestimmten Menschen widerum eine entgegengesetzte Wirkung erzeugen kann. Während Marijuana schon immer als ein wirksames Mittel zum Abbau von Stress angesehen wird, hat sich die jüngste Forschung auf die neurobiologischen Aktivitäten, die verantwortlich sind für diesen Effekt konzentriert. Wissenschaftler entdeckten das Endocannabinoid System im menschlichen Gehirn.

Die Autoren dieser Veröffentlichung konnten zugleich Beweise finden, die andeuten, dass Angststörungen durch Anomalien im biologischen System verursacht werden. Die Entdeckung des Endocannabinoidsystems ermöglicht, dass Endocannabinoide schließlich als Modulatoren von Angst erkannt werden und wahrscheinlich zu individuellen Unterschieden im Temperament und dem Risiko für Angsstörungen beitragen.

Neben vielfältigen weiteren Funktionen, wird dem Endocannabinoidsystem aus wissenschaftlicher Sicht nun auch eine regulierende Funktion in Bezug auf Ängste und Stress zugesprochen. Es werden noch mehrere Studien und Untersuchungen nötig sein um die Zusammenhänge, Wirkungsweisen und Möglichkeiten noch genauer zu erforschen.

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